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Horst Bruno Olks Videobotschaft – Die Gedankenwelt eines Reichsbürgers

In unserem kürzlich erschienen Artikel „Horst Bruno Olk und Vegani TV – Ein Reichsbürger im Tierschutz“ berichteten wir über die Aktivitäten des Vegani TV-Betreibers innerhalb der Reichsbürgerszene, sowie über seine vergeblichen Versuche, eine Veröffentlichung zu verhindern. Davor hatten wir bereits über den Glauben der VeganiTV-Redaktion an die Chemtrailverschwörungsthese berichtet. Nun reagierte Horst Bruno Olk, wie bereits angekündigt, mit einer Video-Stellungnahme, deren Inhalt wir uns genauer angesehen haben.

Neben einigen wirren Ausführungen, die wir selbst bei wiederholtem Ansehen nicht zuordnen und nachvollziehen konnten, überraschte uns Horst Bruno Olk in seiner Stellungnahme mit einigen sehr aufschlussreichen Aussagen. Wir betrachten diese nicht chronologisch, da die Inhalte in der Stellungnahme sehr durcheinander auftauchten.

Der Reichsbürger der keiner sein will

Horst Bruno Olk sagt in seiner Stellungnahme:

„Ich bin kein Reichsbürger. Da möchte ich dann gerne von euch den Nachweis haben, wo das steht.“

In der gleichen Stellungnahme setzt er allerdings „Staat“ und „Regierung“ in gestische Anführungszeichen und vergleicht den Bundestag mit den Nazis. Außerdem berichtet Horst Bruno Olk von einer durch Zeugen beglaubigten „Willenserklärung“, die er abgegeben habe, um „aus dem System raus“ zu sein. Diese Willenserklärungen sind unter Reichsbürger*innen und sogenannten „Staatenlosen“ ein verbreitetes Mittel, um die eigene Staatsangehörigkeit zur BRD für beendet zu erklären.

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Horst Bruno Olk bestätigt, im August 2012 für die Reichsbürgerinitiative „Volks-Selbstbestimmung-Direkte-Demokratie-Thing-Gemeinschaft“ des Reichsbürgerideolgen Manfred Heinemann ein sogenanntes „Klopf-Seminar“ gegeben zu haben.1 Seine gleichfalls belegte Reichsbürger-Aktivität als selbsternannter „Rechtssachverständiger ea. Sonderbeauftragter Kommissar der Veritas World (England) Niederlassung XIX SV“ für die gleiche Reichsbürger-Initiative bestreitet er allerdings.2 Hier verweist er wiederholt darauf, dass mehrere Menschen einen ähnlich klingenden Namen hätten.

Wiederholt begegnet uns in Horst Bruno Olks Stellungnahme die fadenscheinige Ausrede, er habe in der Reichsbürgerszene nur recherchiert. Zu seinen aktuellen, wie auch zu seinen weiter zurückliegenden reichsbürgerideologischen Äußerungen, sagt Horst Bruno Olk in seiner Stellungnahme nichts. Ebenso wenig äußert er sich zu der von der VeganiTV-Redaktion vertretenen Chemtrail-Verschwörungsthese.

Stattdessen solidarisiert sich Horst Bruno Olk zum wiederholten Mal mit dem Reichsbürger Xavier Naidoo sowie mit der veganen Sängerin und Querfront-Aktivistin Morgaine (Maren Strassner).

Horst Bruno Olk und die Sicherheitsdienste

Ein Teil seiner Stellungnahme ist besonders aufschlussreich. Horst Bruno Olk weist uns darauf hin, in unserer Recherche vergessen zu haben, was er gemeinsam mit weiteren Akteur*innen vor zwei Jahren versucht haben will:

„[…] über eine [Internet-]Seite weltweit alle Menschen in eine Gemeinschaft zu integrieren, die sich untereinander einen Friedensvertrag schreiben.“(sic!)

Dieses Projekt sei jedoch gescheitert, da die dazugehörige Website gehackt worden sei. Bei der Untersuchung der Angriffe sei Horst Bruno Olk zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Hacker-Angriffe von „fünf unterschiedlichen Sicherheitsdiensten aus fünf unterschiedlichen Ländern“ verübt worden seien.

Zu seinen von uns dokumentierten reichsbürgerideologischen Kommentaren unter einem Beitrag des reichsbürgerkritischen „Reichling-Blogs“ sagt Horst Bruno Olk:

„Es ist also die Frage bei dem einen oder anderen Post im Internet, wir haben da mittlerweile recherchiert, wer das da rein gesetzt hat. Und das ist auch nicht mein vollständiger Name, und selbst wenn er dem ähnelt, oder geähnelt hat, ja zu früheren Zeiten, frage ich mich: War das nicht damals die Attacke für die Aktion die wir gebracht haben, entsprechend was diese Friedensverträge angeht und so weiter?“(sic!)

Olk vermutet also die von ihm genannten Sicherheitsdienste als Urheber dieser Kommentare, die den übereinstimmenden Inhalten und Selbstbezeichnungen folgend, sehr wahrscheinlich von ihm selbst stammen. Willkommen in der Welt des Horst Bruno Olk.

Wer gehört zu Indyvegan?

In einer von VeganiTV mittlerweile gelöschten Diskussion3 war sich Horst Bruno Olk noch ganz sicher, dass hinter Indyvegan, dem Postillon sowie hinter dem reichsbürgerkritischen Reichsling Blog ein und dieselbe Person stecke. Er bezog seine Annahme auf einen „Mayer Willhelm“ dessen Adresse und Telefonnummer er in diesem Zusammenhang veröffentlichte. Nun jedoch ist er sich offenbar sicher, dass sich ganz andere Personen hinter Indyvegan ″verstecken″.

Horst Bruno Olk verkündet stolz:

„Wir haben eure Namen!“

Woher er diese Namen haben will, verrät er uns ebenfalls:

„Gestern wurde das auch nochmal bestätigt auf dem VSD in Dortmund. Man zeigte mit dem Finger auf euch und sagte, dass ihr auch hinter Indyvegan steckt.“

Wenn also eine Person auf einem veganen Fest mit dem Finger auf ein paar Menschen zeigt und behauptet, dass das die Personen sind, die hinter Indyvegan stecken, dann ist der Rechercheeifer des professionellen Reichsbürger-Journalisten Horst Bruno Olk, Mitglied in zwei Journalist*innenverbänden, zufrieden gestellt.

Horst Bruno Olk glaubt sogar, auf der Gänsereiter-Demonstration in Bochum mit der „Führung“(sic!) von Indyvegan gesprochen zu haben:

„Dann von der Führung, wie schon gesagt gerade, mir persönlich gegenüber bei laufendem Tonband übrigens ja, [zwinker] wir können das nachweisen, gesagt wurde: Mit den scheiß Tierschutzparteien und -vereinen haben wir nichts am Hut. Wir sind da mehr die Radikalen und verfolgen das ganze über einen anderen Weg.“(sic!)

Wir müssen Horst Bruno Olk an dieser Stelle enttäuschen. Keine Person aus unserem Netzwerk hat auf dem VSD in Dortmund oder in Bochum mit ihm gesprochen. Auch mit den Namen, die Horst Bruno im Weiteren mit Indyvegan in Verbindung bringen will, ist dieser auf dem Holzweg.

Darauf, dass er, wie zuvor schon Marsili Cronberg, mit solchen Mutmaßungen, über die Zugehörigkeit von Personen zu unserem Netzwerk, rechtsradikale Anti-Anitfa-Arbeit unterstützt und Menschen, die nichts mit Indyvegan zu tun haben, in Gefahr bringt, Opfer rechter Übergriffe zu werden, scheint ihm gleichgültig zu sein.

Blödsinn, Schwachsinn, Hetze

Unsere Veröffentlichungen über die Reichsbürger-Aktivitäten Olks bezeichnet dieser als „Blödsinn“, „Schwachsinn“, „Hetze“ und merkt „diese Modeerscheinung die Nazikeule zu schwingen“ an. Er vergleicht Indyvegan mit den Nazis und kündigt an, uns zukünftig zu ignorieren. Dies überrascht uns, da er kürzlich noch eine Reihe von Anzeigen der ″gesamten Belegschaft von VeganiTV″ sowie seitens der „Rechtsabteilung“(sic!) von VeganiTV ankündigte.4

Horst Bruno Olk liefert eine Stellungnahme ab, in der er selbst bestätigt, was er in der gleichen Stellungnahme bestreiten will. Seine Einladung zum Dialog kann mit Blick auf seine Diskussion mit uns auf der VeganiTV-Facebook-Seite nur staunend zur Kenntnis genommen werden. Denn dort ließ er unsere Fragen komplett unbeantwortet und löschte stattdessen unsere Diskussion mit ihm, als er sich mit diesen Fragen konfrontiert sah.5 Auch auf einen neuerlichen Versuch, diese Fragen zu stellen, wurde mit der Löschung selbiger reagiert.

Das internationale Gericht und das Foto

Das Sojasahnehäubchen setzt Horst Bruno Olk seinen Ausführungen auf, als er uns dazu auffordert, sein Foto von unserer Website zu nehmen.

„Denn wir fordern euch hiermit auf, mein Foto, das ist auch wieder geistiges Eigentum, und mein Persönliches Foto, das Recht auf dieses Foto aus eurer Seite herauszunehmen, und das Ganze erst mal hier zu löschen, denn ihr müsst das dann irgendwann mal auch vor einem internationalen Gericht beweisen, dass das so ist, dass ich das unterzeichnet habe, dass da ein Foto ist, ein Beweismittel ist, dass ich das so ausgesagt haben soll.“

Zunächst handelt es sich bei diesem Foto um ein Bildzitat aus einem öffentlichen Video, dessen Inhalt Gegenstand unseres Beitrags war. Nach geltendem Recht stellt ein solches Bildzitat keine Verletzung des Urheberrechts dar, sofern die Quelle genannt wird. Wir wissen jedoch nicht, wie die Urheber- und Leistungsschutzrechte für Staatenlose, Reichsbürger und sonstige Angehörige von Phantasiestaaten geregelt sind. Daher bleibt uns nicht mehr zu sagen als:

Screenshot!!!!

Update 28. Februar 2016

Vegani.tv teilt auf seiner Website mit, dass der Sender den Betrieb einstellt. Die öffentlichen Diskussionen um die reichsideologischen und verschwörungsideologischen Positionen Horst Bruno Olks, haben wahrscheinlich zu dieser Entscheidung beigetragen. Ob es noch weitere Gründe für diese Entscheidung gab, wissen wir nicht. Man darf gespannt sein, mit welchem Projekt Olk zukünftig in Erscheinung treten wird. Es ist anzunehmen, dass Olk auch in Zukunft versuchen wird, in der Tierschutz- und der Tierrechtsszene Fuß zu fassen und sich an Veranstaltungen zu beteiligen.

Vegani TV Ende

4 Kommentare

  1. Tanja K.

    „Dann von der Führung, wie schon gesagt gerade, mir persönlich gegenüber bei laufendem Tonband übrigens ja, [zwinker] wir können das nachweisen, gesagt wurde: Mit den scheiß Tierschutzparteien und -vereinen haben wir nichts am Hut. Wir sind da mehr die Radikalen und verfolgen das ganze über einen anderen Weg.“(sic!)

    Wir müssen Horst Bruno Olk an dieser Stelle enttäuschen. Keine Person aus unserem Netzwerk hat auf dem VSD in Dortmund mit ihm gesprochen. Auch mit den Namen, die Horst Bruno im Weiteren mit Indyvegan in Verbindung bringen will, ist dieser auf dem Holzweg.

    Bitte um Korrektur:
    Dieser Vorfall ereignete sich auf der Gänsereiter Demo in Bochum, nicht auf dem VSD in Dortmund.

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