Attila Hildmann rechtspopulistisch
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Attila Hildmann – Rechtspopulismus und Smoothies für den Frieden

Polemik

Der vegane Hobbykoch Attila Hildmann zeigt, dass seine Zusammenarbeit mit dem rechten Kraftsportler Andreas Hordan zu seinem mittlerweile eingestampften, sexistischen Projekt „Vegangsta“ wohl doch nicht nur ein Ausrutscher war. Der bekennende „Patriot“1 Hildmann erklärte heute auf seiner Facebook-Seite:2

„Frau Merkel hat noch nicht mal eine Ansprache zum Kriegseintritt gehalten so wie Schröder damals! Und mit ihrer Politik der offenen Grenzen ist sie Verursacherin davon, dass auch Terroristen ungehindert in unser Land kommen. Krieg führen und weiter Grenzen unkontrolliert offen lassen – so unfassbar unlogisch!“

Attila Hildmann fremdenfeindlich

Hildmann erzählt seinen Fans das gleiche rechtspopulistische Märchen, das von Pegida über die AfD bis zum Compact-Magazin verbreitet wird. Er schürt fremdenfeindliche Ängste vor Geflüchteten, indem er unterstellt, unter Geflüchteten kämen Terrorist*innen nach Deutschland. Es ist wohl wahrscheinlicher, dass der vermeintliche Klimaschützer Attila Hildmann, der sich über Tempolimits auf Autobahnen beschwert, mit seinem  475 PS-Porsche gegen eine Brücke fährt, als dass auch nur ein Terrorist freiwillig eine lebensgefährlichen Einreise über das Mittelmeer einem entspannten und sicheren Linienflug  vorzieht.3 Die passende Selbstverteidigung kennen wir bereits von Attila Hildmann:4

„ja natürlich ich als der Kanacke mit Hakennase verbreite „rechtspopulistischen“ Dreck! Schäm dich mal ein bisschen, denn GENAU das treibt die Leute in die Hände der AfD und anderer Parteien am rechten Spektrum, denn man kann nichts kritisches mehr sagen, ohne dass man gleich ein brauner ist“

Attila Hildmann Verteidigung

Schuld am Erstarken rechtsradikaler Kräfte sind laut Hildmann natürlich nicht diejenigen, die (wie auch er) fremdenfeindliche Ressentiments bedienen, sondern jene, die darauf aufmerksam machen. Ob Hildmann bereits vor lauter Angst vor linksgrünversifftem Gutmenschen-Meinungsfaschismus das AfD-Beitrittsformular heruntergeladen hat, darüber lässt sich nur spekulieren.

Täter-Opfer-Umkehr strikes again

Auch der Klassiker unter den „Nur weil man rechte Parolen schwingt, ist man doch nicht rechts“-Verteidigungen ist mit von der Partie. Die einen zählen ihren internationalen Freundeskreis oder jüdische Menschen im Bekanntenkreis auf. Attila Hildmann nimmt seine Selbstbezeichnung als „Kanacke“ und die Herkunft seiner leiblichen Eltern her, um die Fremdenfeindlichkeit seiner Aussagen zu verharmlosen. Die Binsenweisheit, dass rechte Ideolog*innen weder zwingend weiß sein, noch in Deutschland geborene Eltern haben müssen, ist leider noch nicht zu Hildmann durchgedrungen. Die aktuelle Diskussionen um den rechtsradikalen Akif Pirinçci scheint Hildmann verpasst zu haben.

Auch den Mythos, man dürfe in Deutschland keine kritischen Anmerkungen zur Asylpolitik machen, ohne als „rechts“ verortet zu werden, finden wir in seinen Ausführungen. Er verwechselt valide Kritik mit fremdenfeindlicher Propaganda und reiht sich ein in die Riege, der von guten Argumenten und Fakten gequälten Konservativen. Wann das erste Feature mit Xavier Naidoo ansteht, ist wohl noch ungewiss.

Die Fan-Basis des veganen Matcha-Händlers ist nun nicht unbedingt bekannt dafür, in gesellschaftspolitischen Fragen besonders kritisch zu sein. In den Kommentaren unter Hildmanns Posting finden sich jedoch in diesem Fall auch kritische Kommentare. Diese werden von Hildmann mit bekannter Reaktanz abgeschmettert. Immerhin 235 Fans gefällt Hildmanns fremdenfeindliche Panikmache und die „du bist ja nur neidisch auf seinen Erfog“-Fraktion hält Hildmann nach wie vor wacker die Treue.

Und so sitzt Attila Hildmann gemütlich in seinem Loft, mixt einen Smoothie für den Frieden und sinniert über „früher“. Denn „früher wären die Leute zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen“.


 

Stellungnahme

Wir haben uns entschieden, diesen Artikel nachträglich als „Polemik“ zu überschreiben.

Dieser Artikel hebt sich in der Tonalität deutlich von unseren sonstigen Veröffentlichungen ab. Daher war es uns wichtig, diesen Text entsprechend zu kennzeichnen.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Europa hinsichtlich des breiten Erstarkens rechter Strukturen und der ansteigenden rechtsradikalen Übergriffe und Terroranschläge werden auch wir mal polemisch und zynisch, wenn wir sehen, dass nun auch noch der in Deutschland prominenteste Veganer mit fremdenfeindlicher Rhetrorik in die Öffentlichkeit geht.

Für uns gibt es an dieser Stelle auch keinen „Benefit of a doubt“ für Attila Hildmann. Gerade die Propagandamärchen rechter Ideologinnen werden seit Monaten breit in der Öffentlichkeit diskutiert und widerlegt. Wer auch nach diesen umfassenden Diskussionen und den zahlreichen Richtigstellungen und Einschätzungen von Expertinnen immer noch überzeugt ist von diesem fremdenfeindlichen Mythen, derdie greift nicht daneben sondern zeigt, dass ersie offen ist für derartige Ideologien. Die Tatsache, dass Hildmann das Posting nicht editiert/gelöscht hat und auch nicht erinsieht, dass er dort rechte Propaganda weiterverbreitet, bestätigt dies.

Attila Hildmann hat eine verhältnismäßig große Reichweite. Wenn er mit dieser nicht verantwortungsvoll umgeht und ungeprüft rechte Propaganda weiterverbreitet, so liegt das allein in seiner Verantwortung. Als in der Öffentlichkeit stehende Person muss er mit öffentlicher Kritik umgehen.

Wir werden uns nicht dafür entschuldigen, dass wir fremdenfeindliche Hetze öffentlich scharf kritisieren. Dabei ist es für uns, und mehr noch für die Betroffenen dieser Propaganda, zweitrangig, ob diese aufgrund mangelnder politischer Bildung, aufgrund des Bedrüfnisses nach einfachen Antworten und Feindbildern oder aufgrund von vollständiger Ideologischer Übereinstimmung verbreitet werden.

Bei einem, der in der Vergangenheit vor allem durch Kritikresistenz aufgefallenen, patriotischen Hobbykoch, der fortwährend Tierrechtsaktivist*innen abwertet, auf Tierhäuten durch die Gegend kurvt und kein Problem mit Sexismus hat, einzuwenden, man sollte ihn eher aufklären als abwatschen, erscheint uns „etwas“ naiv.

Es gibt aktuell immer wieder Diskussionen darüber, inwieweit man Menschen die auf solche Propaganda „hereinfallen“, eher aufklären statt öffentlich kritisieren soll. Dabei werden diese Menschen nicht nur als „Opfer“ von Propaganda verklärt und die wahren Opfer der Propaganda weiter marginalisiert. Es wird damit auch die Verantwortung verschoben. Auch bei den Querfront-Portalen wie „Veganonymous“ und „VeganerInnen gegen politischen Extremismus“ kann man diese Argumentationsstrategie beobachten.

Jeder einzelne Mensch ist dafür verantwortlich, dass nie wieder Faschistinnen an die Macht kommen, dass deren Ideologien keine Verbreitung finden und dass die von deren Hass betroffenen Menschen geschützt werden. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, die Thesen und Inhalte zu prüfen, die sieer verbreitet. Wir unterstützen das gern mit unserer Aufklärungsarbeit so gut wir können. Aber wir lassen uns nicht eine Verantwortung aufbürden, die nicht unsere ist.

Eure Indyveganer*innen


 

Update 14. Februar 2016

Auch im Zusammenhang von Hildmanns Zusammenarbeit mit Edeka (Werbespot) und RTL (Let’s dance) zu öffentlichen Diskussionen, bezogen auf seine rechtspopulistischen Äußerungen. In einer Stellungnahme auf seiner Facebookseite distanziert sich Hildmann nun teilweise von seinen Äußerungen. Darin schreibt er:5

Ich glaube selbst heute nicht, dass die Dinge, die ich sagte, rechts sind…wie z.B. die Sorge davor, dass in Deutschland die Mitte wegbricht oder dass ich dafür bin, dass man wie an Flughäfen auch Kontrollen an Landesgrenzen macht. Was ich aber mittlerweile sehe ist, dass man damit auch denen in die Hände spielt, die eine radikale und inhumane Meinung vertreten und das passt nicht zu mir.

Weiter sagt er:

„Für mich ist es viel mehr wichtig, dass ich euch sage: LASST EUCH NICHT INSTRUMENTALISIEREN! Macht euch eure eigene Meinung und lasst euch nicht als Spielball von rechtsoffenen Parteien benutzen, die im Schutzmantel der Bürgerlichkeit ihre ganz eigenen Machtinteressen verfolgen! Was mich betrifft: ich habe aus dieser Diskussion gelernt, werde die Postings dazu entfernen und bedanke mich bei den Menschen, die mir die Augen geöffnet haben. Ich sagte es schon öfters und wiederhole es gern: ich möchte keinen Rechstruck in Deutschland wie er schon in Polen und Frankreich geschehen ist, ich werde keine der neuen rechten Parteien wählen und ich verabscheue die sich häufende Gewalt gegenüber den Menschen, die vor Krieg zu uns flüchten, um ein besseres Leben zu finden…übrigens genau wie ich kriminelle Taten verabscheue, von Menschen, die zu uns kommen oder von Deutschen, die hier geboren wurden! Was ich aber mittlerweile noch mehr verabscheu sind diejenigen, die diese Krise bewusst benutzen, um ihre rassistischen Vorstellungen unter dem Deckmantel des Patriotismus und der Sorge ums Land in die Masse tragen! Ich möchte, dass wir aufhören, Menschen in Gruppen zu stecken und bei Einzelfällen die Gruppen zu definieren oder zu verurteilen, dass wir aufhören, über „Flüchtlinge“ oder „Deutsche“ zu sprechen, sondern dass wir damit beginnen, über „Menschen“ zu sprechen und jeden einzelnen Menschen für sich betrachten.“

Von den Narrativen mit denen Hildmann Krieg als einzig legitimen Fluchtgrund impliziert wie auch von seiner Forderung nach Grenzkontrollen, welche geflüchtete Menschen unter Generalverdacht stellen würden, nahm Hildmann leider keinen Abstand.

Laut Hildmann gaben die öffentliche Kritik wie auch ein persönliches Treffen mit antifaschistischen Aktivist*innen den Ausschlag für sein Umdenken. Auch wenn die Frage offen bleibt, ob es die Einsicht war, die Hildmann zu diesem Schritt bewog, der Druck von Geschäftspartner*innen wie Edeka und RTL oder eine Mischung aus beidem, so begrüßen wir diesen ersten Schritt.

Update 12. Februar 2017

In einem Facebook-Posting vom 11. Februar 2017 bezeichnet sich Hildmann als „Patriot“ und bezieht sich positiv auf „deutsche Tugenden“. Weiter erklärt er, er sei „dankbar und stolz, in diesem Land leben zu dürfen“. Bebildert ist das Posting mit einem Kinderbild Hildmanns, auf dem er mit einer Deutschlandfahne zu sehen ist.6

Attila Hildmann Patriotismus deutsche TugendenDer stellvertretende Bundesvorsitzende der V-Partei³, Michael Kneifel, nahm dieses Posting zum Anlass, Hildmann für die V-Partei³ zu gewinnen.7

V-Partei Michael Kneifel Attila-Hildmann Patriotismus deutsche Tugenden

Hildmann gibt hier das wieder, was die Neue Rechte seit Jahren propagiert. Mit dem Begriff des „Patrioten“ bedient er sich eines Euphemismus für „Nationalist“, der vermeintlich weniger negativ belegt ist und die Abwertung anderer Nationen angeblich nicht beinhalte. Innerhalb der rechtsradikalen Pegida-Bewegung, „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, hat die Selbstbezeichnung „Patriot*in“ eine ähnliche Funktion, wie die Bezeichnungen „Asylkritiker*in“ oder „besorgte*r Bürger*in“. Auch die neurechte Identitäre Bewegung nutzt diesen Begriff als Selbstbezeichnung. Dabei handelt es sich nicht um eine Begriffsaneignung, die einen vermeintlich harmlosen Begriff besetzt. Vielmehr ist es die Suche der neurechten, völkischen Bewegung nach Begriffen, die auch im bürgerlichen Spektrum noch positive Resonanz finden, ideologisch aber konsequent auf das hinleiten, was die neue Rechte politisch erreichen will.

Daran, dass Hildmann glücklich darüber ist, in einem sicheren und reichen Land leben zu dürfen, ist nichts auszusetzen. Warum er sich gleichzeitig als „Patriot“ versteht, der die deutsche Fahne schwenkt und vermeintlich „deutschen Tugenden“ huldigt, erklärt sich daraus nicht. Wie Hildmann bereits in der Vergangenheit zeigte, sieht er geflüchtete Menschen als potenzielle Gefahren für Deutschland, die (siehe seine Forderung nach „Obergrenzen“) davon abgehalten werden sollten, nach Deutschland zu kommen. Damit bietet Hildmann ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eng Patriotismus, Nationalismus und chauvinistische Einstellungsmuster beieinander liegen. Bereits in den Anfängen seiner Karriere als Kochbuchautor, als einige Tierrechtsaktivist*innen noch rätselten, ob seine Website ein „Fake“ sein könnte, bot er dort nicht nur ein Rezept für den „Fickenburger“ sondern auch die „Patriotensuppe“ an.

In den Kommentaren zu diesem Facebook-Posting erklärt ein Walter U.:8

Falsch. Gründe keine Partei sondern ein neues, gesellschaftliches System welches dem Menschen, den Tieren und unserer Natur dient. Wir werden bewusst vergiftet und empathielos durch den Konsum von Fleisch, Zucker, Alkohol usw gemacht. Du wärst lediglich eine Schachfigur in ihrem Parteiendemokratiesystem.

Hildmann markierte diesen verschwörungsideologischen Kommentar mit „gefällt mir“.

In einer Stellungnahme zu der Kritik an seinem Posting schreibt Hildmann von „politisch korrekten“ und bedauert, „dass man in Deutschland sich nicht mehr zu seiner Heimat und den hier vermittelten Werten bekennen darf“. Menschen, die ihn für seinen „Patriotismus“ und seine Begeisterung für angeblich „deutsche Tugenden“ kritisiert haben, empfiehlt er: „Wenn das alles hier so scheiße ist, geht doch nach Somalia, Nordkorea oder den Kongo ihr Weltbürger, da ist sicher gut Kirschen essen.“

13 Kommentare

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  2. Antispe.Mainz

    Liebe Leute,

    an was Ihr Euch schon wieder abarbeitet. So ein paar – zugegebenermaßen saublöde – Kommentare vom Hildmann (Meine Fresse, wen interessiert denn der überhaupt noch? War so schön ruhig um ihn geworden…) und schon geht wieder der „Deutungshoheit-Infight“ los.

    Ich habe es schon mal gesagt: Solche dummen Aussagen findet mensch in jeder Kneipe, in jeder Straßenbahn… Das macht es natürlich nicht besser, aber jetzt den Hildmann zu dissen nur weil er entfernt was mit Tierbefreiung zu tun hat –> schlicht unnötig!

    Kann es zudem sein, dass Ihr aus Frankfurt kommt? Ihr werden nämlich immer besser im selektiven Zitieren. So wie das auch Jutta Ditfurth und Peter Bierl bevorzugt machen. Schön das belastende Material anführen, alle entlastende Fakten aber weglassen. Die genannten Personen machen genau das, wenn sie die Tierrechts-bewegung diskreditieren wollen. Keine guten Vorbilder also!

    Nix für ungut, ist nicht bös gemeint. Halte diesen Artikel aber für eher schwach. Ansonsten bin ich natürlich auf Eurer Seite, wenn mensch das so sagen kann!

    • Indyvegan

      Dass sich solche Kommentare auch „in jeder Kneipe, in jeder Straßenbahn“ finden, macht sie nicht weniger problematisch. Wenn ein prominenter Veganer mit 100.000 Follower*innen solche braune Propaganda weiterverbreitet, ist das sehr wohl relevant. Ob sich Hildmann nun als Tierrechtler versteht oder nicht, ist dafür unerheblich.

      „Kann es zudem sein, dass Ihr aus Frankfurt kommt? Ihr werden nämlich immer besser im selektiven Zitieren.“

      Was hat die Herkunft mit dem Zitierstil zu tun?

      „So wie das auch Jutta Ditfurth und Peter Bierl bevorzugt machen. Schön das belastende Material anführen, alle entlastende Fakten aber weglassen. Die genannten Personen machen genau das, wenn sie die Tierrechts-bewegung diskreditieren wollen. Keine guten Vorbilder also!“

      Kannst du uns mal erklären was du mit „entlastenden Fakten“ meinst? Wir haben in unserem obigen Artikel nicht behauptet, dass Hildmaann ein Fremdenfeind oder Rechtspopulist sei. Wir haben dokumentiert und kritisiert, dass er rechtspopulistische Propaganda weiterverbreitet. Nicht mehr und nicht weniger. Deinen rhetorischen Kniff, uns zu unterstellen „XY“ seien unsere „Vorbilder“ und dann damit zu argumentieren, dass diese sich kritisch zur Tierrechtsszene positionieren, war ein netter Versuch, der leider in die Hose ging.

      • Antispe.Mainz

        Nun ja, mensch könnte schließlich auch andere Stellen aus Hildmanns postings zitieren, z.B.:

        „KRIEG: ich bin schockiert. Mit krieg kann man keinen terror bekämpfen…“
        „Ich dachte wir hätten aus dem zweiten Weltkrieg gelernt und was ist aus „Nie wieder Krieg!“ geworden?“
        „Niemand zweifelt an, dass man Menschen auf der Flucht helfen MUSS uns SOLLTE!“

        Und schon ergeben sich aus diesem Kommentaren ganz andere Eindrücke über Hildmanns politische Meinungen und Schlußfolgerungen.

        Aber Ihr schreibt ja selbst: „Für uns gibt es an dieser Stelle auch keinen „Benefit of a doubt“ für Attila Hildmann.“ Damit erweckt Ihr zumindest teilweise den Eindruck, dass Ihr dissen wollt! Zumindest geht Eurer Wunsch nach dissen offensichtlich so weit, dass Ihr Hildmanns facebook-Seite nach Material absucht, dass gegen Ihn verwendet werden kann. Nun ja, wenn’s Euch Spaß macht. Mich würde sowas eher frustrieren.

        Ihr schreibt zudem in Eurer Antwort auf meine Kritik Ihr hättet Hildmann nicht als Rechtspopulisten bezeichnet. Die Überschrift zu Eurem Artikel lautet aber: „Attila Hildmann – Rechtspopulismus und Smoothies für den Frieden“. Zudem sprecht Ihr in Bezug auf Hildmann von „brauner Propaganda“. Was bitte soll das denn einem Leser mitteilen? Jetzt mal ehrlich: Glaubt Ihr wirklich, dass Ihr Hildmann damit nicht in die Rechtspopulismus-Ecke schiebt? Wer macht denn einen Unterschied zwischen den Aussagen „Hildmann ist ein Rechtspopulist“ und „Hildmann benutzt rechtspopulistische Argumente und äußert braune Progaganda“? Beide Aussagen wirken gleich, zumindest unterbewußt.

        Was mich ehrlicherweise auch stört, ist der Fakt, dass Ihr Begriffe wie „Rechtspopulismus“ inflationär verwendet und damit verwässert. Nur ein Beispiel: Ich habe meinem mittlerweile über 70-jährigem Vater schon x-mal gesagt, dass mensch den Begriff „Neger“ nicht mehr verwenden sollte. Der macht es ab und an aber trotzdem. Beratungsresistent eben. Und dennoch ist mein Vater sicherlich kein Rechtspopulist oder Rassist und argumentiert auch nicht so.
        Kurz: Es ist nicht immer alles so wie es scheint. Und mensch sollte vorsichtig mit Vorwürfen wie „Rechtspopulist“, „Rechtsextremist“, „Fremdenfeind“ etc. umgehen. Denn das sind SCHWERE VORWÜRFE.

        PS: Den Absatz der mit Frankfurt beginnt, habt Ihr offensichtlich weder in seiner Ironie, noch in seiner Aussage verstanden!

        Nix für ungut…

        • Indyvegan

          1. Ist es nicht unser Ziel, die Person Hildamnn allumfänglich darzustellen. Es geht uns darum, zu problematisieren mit welchen Aussagen und Handlungen er mit seiner Reichweite rechten Ideolog*innen Vorschub leistet und die „vegane Szene“ in Verruf bringt.

          2. Bei der Betrachtung neurechter Ideologien und entsprechender Agitation darf es nicht darum gehen, Menschen glasklar zu verorten. Und das tun wir auch nur dann, wenn das Gesamtbild entsprechend ist. Bei Hildmann ist das nicht der Fall. Ihn könnte man ggf. als Rechtskonservativ und Neoliberal verorten. Moderene rechte Ideologien basieren auf dem Konzept, Versatzstücke salonfähig zu machen. Wer diese Versatzstücke aufgreift und weiter verbreitet, unterstützt diese Ideologien. Siehe: Montagsquerfront.

          3. Wir haben deutlich erklärt, warum wir Hildmann keinen „Benefit of a doubt“ geben. Wir zählen die Punkte aber gern noch mal auf:
          a) Hildmann hat das Posting auch nach Hinweisen nicht gelöscht
          b) Hildamnn positionierte sich bereits in der Vergangenheit reaktionär und antifeministisch
          c) Hildmann positionierte sich bereits in der Vergangenheit als Nationalist und Patriot
          d) Hildmann arbeitete mit einem Rechten (Andreas Hordan) zusammen und verteidigte ihn, als er darauf hingewiesen wurde umfangreich

          Wir haben uns darüber gefreut, dass Hildmann sein Projekt „Vegangsta“ eingestampft hat. Und würden wir insgesamt positive Entwicklungen sehen, würden wir auch darüber berichten

          „Wer macht denn einen Unterschied zwischen den Aussagen „Hildmann ist ein Rechtspopulist“ und „Hildmann benutzt rechtspopulistische Argumente und äußert braune Progaganda“? Beide Aussagen wirken gleich, zumindest unterbewußt.“

          Richtig, viele Menschen machen da keinen Unterschied. Wir schon. Und wir werden nicht aufhören einer Person die Weiterverbreitung rechter Propaganda zu unterstellen, nur weil Menschen daraus einen „Nazi“-Vorwurf herauslesen. Wir finden es wichtig, sehr deutlich darauf hinzuweisen, welche ideologischen Muster sich in die Mitte der Gesellschaft vorgearbeitet haben. Die Verantwortung dafür tragen die Personen, die sie weiterverbreiten, nicht wir.

          „Was mich ehrlicherweise auch stört, ist der Fakt, dass Ihr Begriffe wie „Rechtspopulismus“ inflationär verwendet und damit verwässert. Nur ein Beispiel: Ich habe meinem mittlerweile über 70-jährigem Vater schon x-mal gesagt, dass mensch den Begriff „Neger“ nicht mehr verwenden sollte. Der macht es ab und an aber trotzdem. Beratungsresistent eben. Und dennoch ist mein Vater sicherlich kein Rechtspopulist oder Rassist und argumentiert auch nicht so.“

          Zeige uns doch mal bitte anhand von Beispielen, welche Personen in der öffentlichen Diskussion zu unrecht als „Rechtspopulist*innen“ bezeichnet wurden. Das Beispiel mit deinem Vater passt hier nicht. Denn wie du selbst sagst, äußert er sich (wenn dem so ist) aus Gewohnheit so und nicht aus ideologischer Überzeugung. Ihn als Rechtspopulisten zu bezeichnen wäre falsch. Ebenso wäre es falsch, Hildmann als Rechtspopulisten zu bezeichnen, weil es dafür einfach keine entsprechenden Indizien gibt. Genau deshalb bezeichnen wir ihn auch nicht so.

          „PS: Den Absatz der mit Frankfurt beginnt, habt Ihr offensichtlich weder in seiner Ironie, noch in seiner Aussage verstanden!“

          Doch, den haben wir sehr wohl verstanden. Aber wir finden Anspielungen, die uns mit Jutta Ditfurth vergleichen und immer wieder aus der dogmatisch antiimperialistischen Ecke kommen, einfach gähnend langweilig. Deshalb haben wir entsprechend geantwortet. Aber wir können das gern auch mal ausdiskutieren:

          Du legst in deinem ersten Kommentar nahe, dass Jutta Ditfruth immer nur das „belastende Material“ aufführe. hast du mal ein Beispiel anhand dessen wir das diskutieren können? Wenn man Kritik an etwas oder jemandem übt, was soll man da sonst tun, als die problematische Inhalte/Aussagen herzunehmen?

          • Antispe.Mainz

            Erstmal eines vorweg: Ich stimme Euch in vielen Bereichen zu, das sollte mal gesagt werden, bevor hier wieder die Punkte akzentuiert werden, an denen differierende Meinungen bestehen. Bei Foren-Diskussionen u.ä. ist es nämlich meist so, dass nur die differierenden Punkte diskutiert werden, alles andere aber unterschlagen wird. So werden oft die Differenzen überbetont, gemeinsame Standpunkte aber vernachlässigt.

            Zu Euren Punkt 1: Hier würde ich gerne widersprechen. Mensch sollte Personen generell in Ihrer Ganzheit betrachten. Wer ständig nur die negativen Aspekte einer Person betont, wird dieser Person schlicht nicht gerecht.
            Ich selbst habe auch genug Fehler und ich hätte keinen Bock auf irgendwelche Leute, die ständig nur auf meinen Fehlern rumhacken. Menschen, die ständig andere einseitig kritisieren, werden erfahrungsgemäß auch keine großen Sympathiepunkte sammeln.

            Zu Eurem Punkt2: Es ist natürlich fraglich, ob jede Person/Organisation/Partei wirklich glasklar verortet werden kann. Insofern sind Verortungen immer Schubladen die mensch benutzt. Dennoch ist ein Kategorisieren und Vororten nicht immer von Nachteil.
            Richtig, Hildmann könnte mensch eventuell als rechtskonservativ oder neoliberal verorten. Ob diese Verortung stimmt weiß ich jetzt ad hoc nicht, da ich über ihn nicht viel weiß und ehrlich gesagt auch nicht viel wissen will. Nichts desto trotz finde ich Euren Sprachgebrauch oft zu lax. In Bezug auf Hildmann war die Rede von „brauner Propaganda“, „rechtspopulistischen Argumenten“ etc. Jetzt sind wir plötzlich bei „rechtskonservativ oder neoliberal“. Ich denke hier sollte mensch bemüht sein, möglichst klare Grenzen zu ziehen. Denn: Hildmann ist nicht gleich KilezMore ist nicht gleich Holger Apfel ist nicht gleich Frauke Petri ist nicht gleich Beate Tschäpe.
            Und Vegangster ist nicht gleich Montagsdemo ist nicht gleich AfD ist nicht gleich NPD ist nicht gleich Der III. Weg ist nicht gleich NSU.

            Ihr schreibt: „Richtig, viele Menschen machen da keinen Unterschied. Wir schon. Und wir werden nicht aufhören einer Person die Weiterverbreitung rechter Propaganda zu unterstellen, nur weil Menschen daraus einen „Nazi“-Vorwurf herauslesen.“

            Liebe Leute, Ihr habt doch auch eine Verantwortung dafür wie Eure Texte bzw. Botschaften ankommen! Wenn Ihr wisst, dass viele Leute nach dem lesen Eurer Texte eventuell undifferenzierte „Nazi-Vorwürfe“ im Kopf haben, dann sollte mensch auch dies reflektieren und dem entgegenwirken. Ansonsten bereitet Ihr den Nährboden für Fehleinschätzungen. Mensch muss immer auch mitbedenken wie das eigene Handeln bzw. Geschreibe bei anderen ankommt!

            Was das Beispiel mit meinem Vater angeht: Ich gebe zu, dass das nicht ganz passend war. Ich wollte nur herausstellen, dass viele Menschen eben auch mal dummen Quatsch reden, ohne das da groß was dahintersteckt. Zudem denke ich auch immer, dass mensch zwischen „aktiven“ Rechtspopulisten (Parteimitglieder, Kader, Funktionäre etc.) und unreflektierten 08/15-Nachplapperern unterscheiden sollte. Und in genau die Schublade würde ich Hildmann stecken: unreflektierter 08/15-Nachplapperer.

            Ich räume natürlich auch ein, dass die „Frankfurt-Kerbe“ in die ich geschlagen habe, etwas polemisch ist. Der Vergleich mit Jutta und Peter ist natürlich überspitzt und etwas böse. Was das jetzt mit dogmatischem Antiimperialismus zu tun hat, erschließt sich mir in nicht. Es ging mir hier keineswegs um politische Positionierungen, sondern um Argumentationsstile.

            Was ich damit meinte, könnte sich hierdurch erschließen (Peter Bierl entstammt auch der FFM-Ökolinx-Posse):

            http://hpd.de/node/11742
            http://asatue.blogsport.de/2011/10/25/zu-peter-bierl/

            Und wer das „Original“ erleben will, der könnte mal Ditfurths Buch „Entspannt in die Barbarei“ lesen. Ein munteres Sammelsurium an Fehldarstellungen und falschen Einschätzungen.

          • Indyvegan

            „Hier würde ich gerne widersprechen. Mensch sollte Personen generell in Ihrer Ganzheit betrachten. Wer ständig nur die negativen Aspekte einer Person betont, wird dieser Person schlicht nicht gerecht. Ich selbst habe auch genug Fehler und ich hätte keinen Bock auf irgendwelche Leute, die ständig nur auf meinen Fehlern rumhacken. Menschen, die ständig andere einseitig kritisieren, werden erfahrungsgemäß auch keine großen Sympathiepunkte sammeln.“

            Grundsätzlich würden wir dir da zustimmen. Jedoch sprechen wir hier nicht über irgendwelche Eigenschaften. Wir sprechen hier über öffentliche Äußerungen zu politischen Themen, die von einer in der Öffentlichkeit stehenden Person mit großer Reichweite gemacht werden. Auch sehen wir im Gesamtzusammenhang das Problem rechter Ideologien in der „veganen Szene“. Genau das ist unser Hauptaktiivitätsfeld und genau dort legen wir den Finger immer wieder und sehr konkret in die Wunde. Damit wollen wir nicht mehr und nicht weniger kommunizieren als das was wir in unseren Beiträgen behaupten.

            „In Bezug auf Hildmann war die Rede von „brauner Propaganda“, „rechtspopulistischen Argumenten“ etc. Jetzt sind wir plötzlich bei „rechtskonservativ oder neoliberal“. Ich denke hier sollte mensch bemüht sein, möglichst klare Grenzen zu ziehen. Denn: Hildmann ist nicht gleich KilezMore ist nicht gleich Holger Apfel ist nicht gleich Frauke Petri ist nicht gleich Beate Tschäpe.“

            Genau das tun wir. Mit einem genauen Blick auf die Formulierungen wird dies auch deutlich. Hildmann hat hier nachweislich rechtspopulistische aka. braune Propaganda weiterverbreitet. Das entspricht den Tatsachen. Und wir sind auch nicht „plötzlich“ bei „rechtskonservativ oder neoliberal“. Dies war eine Einschätzung seiner allgemeinen politischen Positionierung. Es macht einen signifikanten Unterschied, ob man die ideologische Herkunft einer Parole oder die politische Einstellung einer Person beschreibt. Denn das ist nicht in jedem Fall gleichzusetzen (wie auch hier) und sollte im Einzelfall immer erst analysiert werden.

            „Denn: Hildmann ist nicht gleich KilezMore ist nicht gleich Holger Apfel ist nicht gleich Frauke Petri ist nicht gleich Beate Tschäpe.
            Und Vegangster ist nicht gleich Montagsdemo ist nicht gleich AfD ist nicht gleich NPD ist nicht gleich Der III. Weg ist nicht gleich NSU.“

            Wo siehst du Beispiele dafür, dass wir begrifflich nicht differenziert haben?

            „Liebe Leute, Ihr habt doch auch eine Verantwortung dafür wie Eure Texte bzw. Botschaften ankommen! Wenn Ihr wisst, dass viele Leute nach dem lesen Eurer Texte eventuell undifferenzierte „Nazi-Vorwürfe“ im Kopf haben, dann sollte mensch auch dies reflektieren und dem entgegenwirken. Ansonsten bereitet Ihr den Nährboden für Fehleinschätzungen. Mensch muss immer auch mitbedenken wie das eigene Handeln bzw. Geschreibe bei anderen ankommt!“

            Wenn du ein wenig Erfahrung in der Diskussion mit der „Hauptsache für die Tiere“-Fraktion oder ähnlich reaktionären oder rechtsoffenen Menschen gesammelt hast, dann weißt du, dass die „Nazikeule“ oder die „Antisemitismus“-Keule nicht aus einem falschen Textverständnis resultieren sondern aus einer mangelnden Bereitschaft, sich mit Fakten zu befassen und einem immanenten Selbstentlastungsbedürfnis. Wir sind sehr bedacht darauf, unsere Texte möglichst präzise zu formulieren. Was wir nicht tun werden, ist vorauseilend diesen Menschen entgegen zu wirken, indem wir die Dinge nicht mehr beim Namen nennen. Wer nicht erkennen will, dass rechtsideologische Fragmente die Gesellschaft an sehr vielen verschiedenen Stellen durchdringen, hat in unseren Texten und weiterführenden Links umfassende Möglichkeiten, das zu erkennen und sich dazu fortzubilden. Jedoch werden wir nicht aufhören, rechte Propaganda als rechte Propaganda zu bezeichnen, nur weil sie von einer Person verbreitet wird, die sonst nicht klassisch rechtsradikal ist und weil die Gefahr bestünde, dass man uns mit Strohmannargumenten bewirft. Wenn diese kommen, werden sie stets von uns hinterfragt. Mehr können wir an dieser Stelle nicht tun.

            „Was das Beispiel mit meinem Vater angeht: Ich gebe zu, dass das nicht ganz passend war. Ich wollte nur herausstellen, dass viele Menschen eben auch mal dummen Quatsch reden, ohne das da groß was dahintersteckt. Zudem denke ich auch immer, dass mensch zwischen „aktiven“ Rechtspopulisten (Parteimitglieder, Kader, Funktionäre etc.) und unreflektierten 08/15-Nachplapperern unterscheiden sollte. Und in genau die Schublade würde ich Hildmann stecken: unreflektierter 08/15-Nachplapperer.“

            Was ist die Schulssfolgerung aus dieser Einschätzung? Dass man Menschen von denen man glaubt, sie seien „nur“ Mitläufer anders behandeln solle? Dass Nachsicht im Hinblick auf Kritik bei Attila Hildmann absolut fehl am Platz ist, zeigen seine vielen Reaktionen auf Kritik in der Vergangenheit aber auch im konkreten Fall. Hinzu kommt, dass es für die Betroffenen rechter Ideologien herzlich egal ist, ob diejenigen die diese Ideologien anfeuern und unterstützen nun überzeugte Kadernazis sind oder Hobbyköche, die nicht wissen was sie plappern. Auch können wir die Dichotomie nicht teilen, die du hier aufmachst. Ideologische Entwicklungen sind immer fließend. Solche Äußerungen kommen, wie auch der Fall Hildamnn zeigt, nicht aus dem Nichts.

            Attila Hildamnn trägt eine Verantwortung. Und wenn er seinen Kanal dafür nutzt, politische Botschaften in die Welt zu setzen, ist es auch seine Verantwortung diese selbst zu prüfen, bevor er sie vertritt. Den Schaden richtet er bereits an, wenn er auf „veröffentlichen“ klickt. Dass er nach wie vor hinter dieser Botschaft steht, auch wenn er spätestens nach diesem kleinen Shitstorm wissen sollte, dass sie faktisch absurd und politisch untragbar ist, zeigt abermals, dass wir es hier nicht mit einem Versehen zu tun haben. Nicht zuletzt sollte man sich die Frage stellen, wie man mit rechten Ideologien in ihren unterschiedlichen Ausprägungen umgehen will. Macht man die von dir beschriebene Dichotomie auf, so kann man damit sogar fundamente Neonazis entlasten und es rechtfertigen, mit ihnen in einen Dialog zu gegen. Unter Neonazis gibt es einige, bei denen sich ihre Offenheit für rechte Ideologien über psychische Probleme und soziale Bedingungen erklären ließe. Das sehen wir jedoch erstens nicht als unsere Aufgabe, zzweitens nicht als unsere Verantwortung und drittens als eine sehr gefährliche Herangehensweise. Wir finden nicht, dass man mit den Transportuer*innen und Vertreter*innen rechter Ideologien irgendwie zimperlich sein sollte. Diese Menschen bekommen Kritik und wenn sie sich auf Basis dieser weiterhin für ihre Positionen entscheiden, ist es legitim sie ideologisch rechts zu verorten. Unser Bildungsauftrag richtet sich nicht an „Täter*innen“. Er richtet sich an alle Menschen, die offen sind für Informationen. Wenn dabei zufällig ein Nazi bekehrt wird, ist das super aber nicht unser primäres Anliegen. Auch der Fall Baboumian zeigt, dass es nicht von unseren Artikeln und Informationen abhängt, ob die betroffene Person sich damit befassen will, sondern von der eigenen Bereitschaft. Eine Bereitschaft die Baboumian irgendwann gezeigt hat.

            Danke für die Links. Die schauen wir uns an. Was Jutta Ditfurth angeht, so sind auch wir der Auffassung, dass sie im Hinblick auf die Tierrechtsbewegung in der Vergangenheit undifferenzierte Positionen vertreten hat. Das ändert sich nach unserer Beobachtung aktuell. Hier ist jedoch noch viel Dialog, Differenzierung und Aufklärungsarbeit notwendig. Den Argumentationsstil den du damit beschreiben willst, sehen wir bei uns nicht. Wenn man auf ein Problem hinweisen will, muss man das Problem benennen. Daran führt kein Weg vorbei. Wenn man dabei pauschale Zuschreibungen formuliert, die der Realität entbehren, ist das aus unserer Sicht falsch und im Diskurs unbrauchbar. Wenn wir das an irgendeiner Stelle getan haben, würde uns freuen, wenn du uns auf die entsprechende Stelle hinweist, damit wir uns das ansehen und ggf. überdenken können.

  3. Christian nds.

    Ich will mich ja nicht einmischen und kenne die Personen gar nicht. Jedoch
    kurz 2 Punkte:

    „Wann das erste Feature mit Xavier Naidoo ansteht, ist wohl noch ungewiss.“

    Schon wieder muss Xavier Naidoo für Aussagen von Leute herhalten, die
    er überhaupt nicht kennt. WIE stillos und arg demagogisch.
    Mich nervt, immer wenn für ALLES Schlimme in der Welt, Naidoo die Schuld erhält.

    Die Bürokratischen Drecksäcke von Veterinäramt, Polizei u. die Vorzimmerdrachen
    vom Amtsgericht, haben mich abgebürstet, bzw, abgeflammt…und ein Jahr später
    hat die vegane „gute Fee“ keinerlei Zeit für mich. WER ist daran SCHULD?!:
    = Xavier Naidoo, weil der inzwischen an ALLEN und JEDEN 100% Schuld ist,
    was in der Welt falsch läuft! *nerv* Und am Regen ist er sicher auch „schuld“

    Da ihr hoffentlich im Tierschutz so aktiv seid, wie beim „Outing“, hätte ich Euch gut in
    der finstersten (!) Province gebrauchen können. Tierschutz ist da ein Fremdwort.
    Und es sollte nicht nur Vorwand sein, um andere Sachen zu verkaufen und „gut da zu stehen“

    „Die Binsenweisheit, dass rechte Ideolog*innen weder zwingend weiß sein, noch
    in Deutschland geborene Eltern haben müssen, (…)“
    Lass mich kurz raten: DU….bist deutsch! Stimmts?

    • Indyvegan

      Wir machen Naidoo für nichts verantwortlich wofür er nicht verantwortlich ist. Daher verstehen wir deine Kritik nicht. Xavier Naidoo ist ein gesellschaftliches Sinnbild dafür wie weit rechte Ideologien und Verschwörungswahn in die Mitte der Gesellschaft vordringen. Er ist ein Prominentes Beispiel für Agitation die keine sein will und sich permament rausredet, obwohl die Botschaften klar sind. Der polemische Hinweis, dass man sich ein Feature an dieser Stelle vorstellen könne, sagt etwas darüber, wie selbstverständlich rechte Propaganda zum Teil des öffentlichen Diskurses geworden ist und wie mangelhaft sie als solche erkannt wird.

      „Da ihr hoffentlich im Tierschutz so aktiv seid, wie beim „Outing“, hätte ich Euch gut in
      der finstersten (!) Province gebrauchen können. Tierschutz ist da ein Fremdwort.
      Und es sollte nicht nur Vorwand sein, um andere Sachen zu verkaufen und „gut da zu stehen“

      Wenn du dich nur zwei Minuten mit unserer Seite befasst hättest, wüsstest du dass wir mit Tierschutz nichts zu tun haben. Wir verstehen uns als Tierrechts- und Tierbefreiungsaktivist*innen. Doch selbst wenn wir mit Tierrechten gar nichts am Hut hätten, würde dies nichts an der Rechtfertigung unserer öffentlichen Kritik ändern. Wir „verkaufen“ hier auch nichts. Wir klären auf und kritisieren. Was das alles nun damit zu tun hat, ob wir dir bei deiner Tierschutzarbeit geholfen haben oder nicht, erschließt sich uns nicht.

      „Lass mich kurz raten: DU….bist deutsch! Stimmts?“

      Die meisten Menschen in unserem Netzwerk besitzen einen deutschen Pass. Was das nun wiederum mit diesem Artikel und dem darin enthaltenen Hinweis zu tun hat, dass auch POCs rechte Ideologien vertreten können erschließt sich uns ebenfalls nicht.

  4. antispe.mainz

    Einige Zeit ist vergangen, die Diskussionen um Hildmann gehen weiter. Aktuell wird seine Antwort auf einen Kommentar des MOPO-Redakteurs Frank Wieding kritisiert. Und das völlig zu recht.

    Insofern müssen wir unsere obige Einschätzung revidieren. Um Attlia H. steht es wohl schlimmer als gedacht. Wir gingen an sich davon aus, dass noch etwas Resthirn bei ihm vorhanden ist und seine Aussagen nur „Ausrutscher“ sind. Mittlerweile sieht es aber so aus als würde Attlila H. strukturell so denken.

    Aber lachen mussten wir dann doch, dass sich Attila H. gerade mit Frank Wieding zofft. Ob er wohl weiß, dass Wieding in den 90ern im damaligen „Bundesverband der Tierbefreier“ war und jahrelang die Zeitschrift „Tierbefreiung aktuell“ (heute: Tierbefreiung) herausgegeben hat???

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