Animal Peace Udo Ulfkotte Reinhold Kassen Silke Ruthenberg
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Animal Peace trauert um den Rechtspopulisten Udo Ulfkotte

Dort, wo der Holocaust relativiert, die Opfer eines Terroranschlags marginalisiert1 und regelmäßig menschenfeindliche Inhalte gepostet werden, liegt die Vermutung nahe, dass rechte Ideolog*innen dahinter stehen. Nun outet sich der menschenfeindliche Verein Animal Peace als Unterstützer des neurechten Populisten Udo Ulfkotte. Den völkischen und islamfeindlichen Rassismus Ulfkottes erklärt Animal Peace zu einer „Meinungsverschiedenheit“.2

Animal Peace Silke Ruthenberg Reinhold Kassen

Und weil es noch härter geht, wird Ulfkotte kurzerhand zum Tierschützer erklärt. Ulfkotte habe demnach zusammen mit seiner Frau ein „privates Flüchtlingsheim für todesbedrohte andere Arten“ betrieben. Einzige öffentliche Quelle für diese Behauptung: Die rechtsradikale Eva Herrmann.3

Was sich jedoch schnell feststellen lässt, ist dass sich Ulfkotte an keiner Stelle gegen Tierhaltung, gegen Tierausbeutung oder gegen die Schlachtung von Tieren allgemein aussprach. Er war ein Tierschutznazi wie er im Buche steht. Egal, ob die Schlachtung und der Verzehr von Hunden in China4 oder Katzen in Peru5, kein Thema war Ulfkotte zu schade für rassistische Hetze.

Bei seinem Lieblingsthema, der „stillen Islamisierung“ Deutschlands, klagte er empört darüber, dass man in vielen Restaurants kein Schweinefleisch mehr bestellen könne.6 Auch über das Schächten und über Hundekämpfe, die angeblich von „zugewanderte Banden“ in Großbritannien durchgeführt werden, lässt er sich erkennbar nur aus einem Grund aus: Rassismus.7

Während Animal Peace den aluminiumhutbegeisterten Rechtspopulisten feiert, darf auch eine ordentliche Portion Doppelmoral nicht fehlen. Denn der Verein, der die „Dezimierung der Jägerschaft durch mehr Jagdunfälle.“ fordert8, zeigt sich nun betroffen über die hämische Freude einiger Menschen über Ulfkottes Tod.

Ulfkotte lebte laut unseren Recherchen weder vegan noch vegetarisch. Daher darf man überrascht darüber sein, dass Animal Peace den Tod Ulfkottes nicht standesgemäß feiert.

In den Likes unter dem Animal Peace-Beitrag erwartet euch eine brauchbare Auflistung rechter Tierschützer*innen. In den Kommentaren haben sich bereits die ersten Aluminiumhüte eingefunden.

Für Animal Peace organisierte im letzten Jahr die rechte Querfront-Aktivistin Anita Krieger die Veganmania in Regensburg.9 Zu Reinhold Kassen, ebenfalls im Verein aktiv, und für rechtsoffene Tierschutzpolitik bekannt, ging erst vor wenigen Tagen der Bundesvorstand der Tierschutzpartei auf Distanz10. Der rechtsdrehende Landesvorstand der Tierschutzpartei in NRW hatte Kassen kürzlich als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl aufgestellt. Nun soll die Wahl aufgrund von Formfehlern wiederholt werden.

Update 3. Februar 2017

In einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite macht Reinhold Kassen deutlich, dass er hinter der Huldigung des neurechten Ulfkotte steht. Er wirft Indyvegan „angstmache und nicht zuletzt echte vernichtung durch oftmals unberechtigte brutale ausgrenzung von unschuldigen“(sic!) vor. Auch kündigt er darin an,  „gebührend“ zu antworten. In seinem Posting sagt er:

„wir relativieren nur den gruppendruck der türsteher unserer bewegung und für aufrichtige verachtung fehlt uns einfach immer die zeit.

traurigerweise müssen wir hier gebührend antworten, denn für mich waren sie eine sehr lange zeit der motor, die lunge … die bewegung.

aber jetzt versagen sie vollends und verhindern jeglichen fortschritt, durch hass, angstmache und nicht zuletzt echte vernichtung durch oftmals unberechtigte brutale ausgrenzung von unschuldigen.

wer denkt, wir könnten uns nicht wehren wird sicher schnell eines besseren belehrt, aber für mich speziell bleiben die „linken“ wunschpartner. ich würde gerne wieder hochschauen.“

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