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Verein gegen Tierfabriken – Antisemitismus mit Tradition

Aufgrund von Antisemitismus-Vorwürfen kam es in der Schweizer Tierrechtsszene wiederholt zu Diskussionen sowie zu einem Ausschluss des Vereins VgT (Verein gegen Tierfabriken Schweiz)1 von der Demonstration „Für die Schließung aller Schlachthäuser!“ sowie von allen weiteren Veranstaltungen des Vereins Tier im Fokus (TIF). Bereits im April schlossen die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Tierversuchs-Gegner, die Ligue Suisse Contre la Vivisection sowie der Verein zur Abschaffung der Tierversuche den VgT aus den gleichen Gründen von der „Demo für die Abschaffung der Tierversuche“ aus.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen eine Reihe antisemitischer und menschenverachtender Äußerungen des VgT-Präsidenten Erwin Kessler in der Vereinszeitschrift „VgT-Nachrichten“ sowie auf der Website des Vereins. In seiner Stellungnahme dokumentiert der Verein „Tier im Fokus“ (TIF) einen Teil dieser Äußerungen und begründet damit die Beendigung jeglicher Zusammenarbeit mit dem VgT sowie den Ausschluss von allen weiteren Aktionen von TIF. Der VgT sprach in Reaktion darauf von einer „linksextremen Verleumdungskampagne“. Wir haben uns die dokumentierten Aussagen einmal genauer angesehen und weiter recherchiert.

„Perfide jüdische Verleumdung“ und Neonazistische Kontakte

Erwin Kessler, der in den 1970er Jahren Mitglied der „Nationalen Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat“ war2, sieht in dem Wikipedia-Eintrag zu seiner Person „klare Verleumdungen […] einer hochgradig manipulierten Website“3. Er wiederholt in diesem Zusammenhang mehrfach die Ankündigung, rechtliche Schritte gegen diesen Eintrag sowie gegen all jene einzuleiten, die diesen verbreiten. Eine Überprüfung der Quellen des überschaubaren Eintrags ergibt, dass alle dort aufgestellten Behauptungen belegt sind. Zudem fällt auf, dass die Rubrik „Juristische Auseinandersetzungen“ die umfangreichste ist.

In dieser Rubrik finden wir einen Verweis auf einen Rechtsstreit vor dem Schweizer Bundesgericht, in dem sich Erwin Kessler gegen die Behauptung der Tageszeitung Der Bund wehrte, er unterhalte „Kontakte zur Neonazi- und Revisionistenszene“. Kessler verlor diesen Prozess. Das Gericht sah diese Behauptung als zutreffend an, da Kessler unter anderem den mehrfach verurteilten Holocaustleugnern Jürgen Graf und Ernst Indlekofer auf der VgT-Website eine Plattform gab.4 Die Entscheidung des Gerichts kommentierte Kessler unter der Überschrift:5

Jüdische-Verleumdungen

Ein Blick auf die mittlerweile gelöschte Seite auf der VgT-Website offenbart Erstaunliches. Kessler kommentierte dort Gerichtsprozesse gegen die genannten, mehrfach verurteilten Holocaustleugner Graf und Indlekofer und verteidigte diese. Die neonazistische Schweizer Zeitschrift „Recht + Freiheit“ (Hrsg. Ernst Indlekofer) bezeichnete er ebenso wie das neonazistische Buch „Vom Untergang der Schweizerischen Freiheit“ (Autor: Jürgen Graf) als „interessant“ und empfahl, insbesondere letzteres zu lesen.

Es handelt sich bei dem Buch um eine Kampfschrift gegen die Schweizer „Rassismus-Strafnorm“, welche mit dem §130 („Volksverhetzung“) im deutschen Strafgesetzbuch vergleichbar ist. Kessler bezeichnet die Rassismus-Strafnorm, wie in der Schweizer rechten Szene üblich, als „Maulkorbgesetz“.6 Die gleiche Bezeichnung wählen rechte Ideologinnen für den entsprechenden Paragraphen (§130 StGB) in Deutschland. „Maulkorb“, da dieses Gesetz Neonazis und Geschichtsrevisionistinnen verbietet, Hetze gegen Menschengruppen zu betreiben sowie den Holocaust zu relativieren oder zu leugnen. Also einen Großteil dessen, was für rechte Ideologien so elementar ist wie die Luft zum Atmen.

Im Weiteren kommentierte der VgT-Präsident unter der Überschrift „Politische Willkürjustiz in der Schweiz wie damals unter Hitler“ seine folgende Strafanzeige, die abgelehnt wurde:

„Der babylonische Talmud sei in allen schweizerischen Bibliotheken und Buchhandlungen zu beschlagnahmen und die Verantwortlichen seien angemessen zu bestrafen, mindestens mit 45 Tagen Gefängnis.“(sic!)7

Kessler begründete seine Strafanzeige damit, dass es sich um ein „hochgradig rassistisches Buch“ handle und erklärte dazu:

„Darin sind die folgenden rassistischen Äusserungen gegenüber nichtjüdischen Volksgruppen bzw Völker und Religionen zu finden, welche an Arroganz und Brutalität sogar die Nazi-Propaganda gegen Nicht-Arier in den Schatten stellt“(sic!)8

Zum Beleg für diese Aussage nutzte Kessler Talmud-Zitate die er, wie er selbst sagt, dem Buch „Der Babylonische Talmud“ des deutschen Neonazis und Holocaustleugners Erich Glagau entnommen hatte.9

Mit Antisemitismus gegen das Schächten

Erwin Kessler wurde im Jahr 2007 aufgrund folgender antisemitischer Äußerungen wegen mehrfacher, in der Schweiz sogenannter „Rassendiskriminierung“10 rechtskräftig verurteilt:

„Wenn Juden massenhaft Tiere durch Schächten umbringen, dann sind sie nicht besser als ihre früheren Nazi-Henker, dann zeigen sie den gleichen Überlegenheitswahn gegenüber anderen Lebewesen und fühlen sich in gleich verwerflicher Weise berechtigt, diese brutal umzubringen“(sic!)

„Ein Massenverbrechen bleibt ein Verbrechen, auch wenn es mit Ideologien gerechtfertigt wird. Die Nazis hatten ihre Ideologie, den Arier-Wahn. Orthodoxe Juden und Moslems haben eine andere, ebenfalls bestialische Ideologie. Rechtfertigt diese den Schächt-Holocaust?“(sic!)

„Wer sich derart für primitivste Tierquälerei … einsetzt, der verdient nach meiner Überzeugung tatsächlich nichts anderes als tiefe Verachtung. Ob diese Verachtung dann als Antisemitismus verschrien wird, interessiert mich mittlerweile nicht mehr. Wenn der Begriff ‚Antisemitismus‘ heute nur noch bedeutet, ein grausames, pervers religiöses, jüdisches Ritual abzulehnen, dann ist Antisemitismus nichts Negatives mehr, sondern eine gesunde Haltung der überwiegenden Mehrheit der nicht jüdischen Bevölkerung“(sic!)11

In der VgT-Vereinszeitschrift vom September 1996 veröffentlichte Kessler einen Textauszug des antisemitschen Schriftstellers Manfred Kyber. In diesem Text werden Menschen jüdischen Glaubens als „fremde Rasse“ bezeichnet und mit Kannibalen gleichgesetzt. Auch wird in diesem Text jüdischen Menschen die Verantwortung für den wachsenden Antisemitismus zugeschrieben. Zugleich rechtfertigt Kyber den „Rassenhass“ gegen Menschen jüdischen Glaubens als Konsequenz des Schächtens.12 Ebenfalls im Jahr 1996 unterstellt Kessler dem Tierschutzanwalt Antoine Goetschel in der VgT-Vereinszeitung, dieser habe „als verdeckter Jude jahrelang das Schächten“ verharmlost.13

Antisemitische Verschwörungsmythen in VgT-Medien

Erwin Kessler schreibt jüdischen Menschen jedoch weit mehr zu als ein „religiöses Ritual“. Dass der Kampf gegen das Schächten für ihn lediglich ein Vehikel für seinen Antisemitismus ist und dass man Erwin Kessler mit Gewissheit als Antisemiten bezeichnen darf, machte dieser bereits im Jahr 1996 in einem Text, in der Vereinszeitschrift deutlich:

„Die Ironie des Schicksals will es, dass ich nun ausgerechnet von gewissen jüdischen Kreisen, die große Teile der Medien kontrollieren und auch sonst unsichtbare Macht ausüben, »gekreuzigt« werde, weil ich ihnen – wie damals Jesus – ihre moralischen Verirrungen vorhalte.“14

Im Gleichen Jahr schreibt er in der Neonazi-Zeitschrift „Recht+Freiheit“:

„Noch heute haben links-jüdische Journalisten nichts anderes im Sinn, als sich für diese Schlappe bei mir zu rächen.“15

2002 schreibt Kessler in der Vereinszeitschrift:

Instrument-Jüdischer-Propaganda1

Mit der Zuschreibung einer angeblich jüdischen Kontrolle über die Medien sowie der Behauptung, Menschen jüdischen Glaubens würden „unsichtbare Macht ausüben“ spielt Kessler das verschwörungsideologische Lied von der jüdischen Weltverschwörung. Antisemitische Verschwörungsmythen, wie die von Kessler vorgetragenen, existieren bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.16 Im Nationalsozialismus waren diese Verschwörungsmythen zentrale Instrumente anitjüdischer Propaganda, mit denen die Nazis die Pogrome gegen jüdische Menschen und den Holocaust rechtfertigten. Auch das Thema „Schächten“ war im Nationalsozialismus fester Bestandteil antisemitischer Propaganda.17 Die Rhetorik in rechtsradikalen Tierschutz-Kreisen blieb bis heute die Gleiche, wie das Beispiel Erwin Kessler zeigt. Der Vortrag von Birgit Pack unter dem Titel „Tierschutz-/Tierrechtsarbeit und Antisemitismus“ vom Tierrechtskongress in Wien 2004 gibt einen guten Überblick über die Problematik.

Im Juli 2001 kündigte Erwin Kessler „Neue Enthüllungen jüdischer Medienmanipulationen“ an und zeigte dabei abermals seinen antisemitischen Glauben an die jüdische Weltverschwörung.18 Unter dem Titel „Der VgT deckt erstmals auf: Goethe-Gesamtausgabe ist jüdisch zensiert!“ schreibt Erwin Kessler:

„Objektiv überprüfen lässt sich das allerdings kaum, den der jüdische Einfluss in Wirtschaft und Politik spielt meistens verdeckt und wird auch auf Anfrage hin nicht offengelegt.“(sic!)19

Jüdisch-zensiert

Über den jüdischen Autor Pascal Krauthammer, der Kesslers Aktivitäten in seiner Dissertation mit dem Titel „Das Schächtverbot in der Schweiz 1854 – 2000 : die Schächtfrage zwischen Tierschutz, Politik und Fremdenfeindlichkeit“ kritisch beleuchtete, schrieb Kessler unter der Überschrift „Verlogene jüdische Doktorarbeit“:

„Er arbeitet seit Abschluss seiner „juristischen“ Doktorarbeit nicht als Jurist sondern als Redaktor bei Radio DRS. Diese Stellung verschafft ihm wohl – wie diese verleumderische „Doktorarbeit“ – die Möglichkeit, die öffentliche Meinung weiter nach jüdischem Geschmack zu manipulieren.“(sic!)20

Den darauffolgenden Rechtsstreit mit Pascal Krauthammer kommentiert Erwin Kessler im Dezember 2005 mit den Worten:

„Juden erhalten immer Recht. Mit dem Zauberwort „Antisemit!“ verschaffen sich gewisse jüdische Kreise Sonderrechte, der in der Schweiz zu einem vorher nicht existierenden, aber dennoch immer lautstark beklagten verbreiteten Antisemitismus geführt hat. Antisemtismus kann nicht dadurch bekämpft werden, dass sich Regierung, Gerichte und Universitäten von jüdischen Kreisen erpressen und manipulieren lassen und Tierschützer ins Gefängnis geworfen werden“(sic!)21

Demnach gab es laut Erwin Kessler vor 2005 keinen Antisemitismus in der Schweiz 22 und Schuld am Antisemitismus seien, laut Kessler, die jüdischen Gläubigen selbst. Beides sind bekannte rhetorische Muster antijüdischer Agitation, die bereits von den Nationalsozialisten verwendet wurden und deren historische Wurzeln noch weiter zurückreichen.23 Im gleichen Beitrag wiederholt Kessler mit ähnlicher Wortwahl:

„Krauthammer ist heute Journalist bei Radio DRS – ein idealer Job, um die Öffentlichkeit weiter mit jüdischer Propaganda zu manipulieren.“24

Die Tatsache, dass der Buchhändler Robert Krauthammer das Buch seines Bruders Pascal Krauthammmer im Schaufenster seines Geschäfts exponiert, ist Erwin Kessler eine eigene Meldung auf der VgT-Website wert, die folgendermaßen überschreibt:

„Die Macht der Juden in der Schweiz: Der Krauthammer-Clan“25

Im gleichen Jahr liest man auf der Vereinswebsite des VgT zu der Entlassung des Schweizer Botschafters Thomas Borer infolge einer „Sex-Affäre“ in einem Kommentar von Erwin Kessler:

„Als Taskforce-Chef war Borer einer der wenigen in diesem Land, die den Mut hatten, gegen die amerikanisch- jüdische Erpressung der Schweiz aufzutreten. Die gleiche Feigheit des herrschenden Regimes vor jüdischem Druck hat auch zu meiner Verurteilung zu Gefängnis geführt, obwohl ich nichts Rechtswidriges getan, sondern nur jüdische Tierquälerei kritisiert habe.“(sic!)26

Im Dezember 2006 entzog sich Erwin Kessler einer Haftstrafe, indem er sich nach Ungarn absetzte. Exakt zum Zeitpunkt der Verjährung dieser Strafe tauchte er wieder in der Schweiz auf. Dies kommentierte er auf der VgT-Website folgendermaßen:

„Es gibt deshalb auch in Europa Orte, wo man vor der neuen, jüdisch gesteuerten Inquisition geschützt ist […]“27

Kessler beteuerte in der Vergangenheit wiederholt, dass er mit seinen Angriffen nicht Juden allgemein, sondern lediglich die von ihm als „Schächtjuden“ bezeichnete Minderheit meine. In den VgT-Nachrichten vom Juli 2008 schreibt Kessler:28

Entschuldigung-Kessler

Wie glaubhaft diese Entschuldigung ist, zeigte Kessler dann unter anderem im August 2012 auf der Vereins-Website des VgT:

„Ausführliche Dokumentation über das Schächten ist und wie die jüdisch gesteuerte Desinformation der Öffentlichkeit zu diesem Thema abläuft:[…]“(sic!)

„Die orthodoxen Juden halten mit einer sturen Hartnäckigkeit am betäubungslosen Schächten fest und werden von einflussreichen (jüdischen) Kreisen aus Politik und Wirtschaft diesbezüglich unterstützt. Das geht sogar soweit, dass Tierschützer, die sich gegen das Schächten aussprechen, als Antisemiten abgetan und mit dem heutigen Antirassimus-Maulkorbgesetz verurteilt werden![…]“(sic!)

„Aber der jüdische Einfluss auf die Politik ist gross.“(sic!)29

Die in diesem Artikel dokumentierten Aussagen Kesslers zeigen, dass er seine antisemitischen Äußerungen wiederholt sehr deutlich auf jüdische Menschen im Allgemeinen bezieht. Gleichwohl sind auch jene Aussagen Kesslers von antisemitischer Rhetorik bestimmt, in denen er vermeintlich nur Menschen adressiert, die er als „Schächt-Juden“ bezeichnet. Die Verurteilungen Kesslers nach der Schweizer Rassismus-Strafnorm stützen diese Einschätzung.

NS-Vergleiche, menschenverachtende Freude und Fremdenfeindlichkeit

Kessler vergleicht gern und viel. Im Zweifel immer mit den Nazis oder dem Holocaust. Im Dezember 2014 sprach er in Zusammenhang mit seiner Festnahme durch die Schweizer Polizei von einer „Gestapo-Aktion“.30 Neben für ihn gängigen Formulierungen wie „Tier-KZ“ und „Holocaust an den Nutztieren“ setzt er wie oben gezeigt immer wieder jüdische Gläubige mit den Nazis gleich. Dies begründet er, auf das Schächten bezogen, mit einem in seinen Augen „gleichen Überlegenheitswahn gegenüber anderen Lebewesen“.31

Auf der Vereinswebsite bringt Erwin Kessler wiederholt seine Freude über den Tod von Menschen zum Ausdruck. Er amüsiert sich über ertrunkene Fischer, sich gegenseitig erschießende Fischer und bei einem Autounfall umgekommene Fischer.32 Eine Pressemeldung über eine Frau, die eine schwere Schussverletzung im Gesicht überlebte, kommentiert Kessler mit den Worten:

„Wenn der Typ besser getroffen hätte, würden die Nutztiere nun unter einer Fleischfresserin weniger leiden.“33

Auf der gleichen Seite sagt Kessler über den Rassisten und Eugeniker Thilo Sarrazin, dieser gelte als:

„heimlicher Volksheld[…], der in Klartext ausspricht, was das Volk bewegt, aber vom Establishment unterdrückt wird: die massenhafte muslimische Immigration.“(sic!)34

Im Jahr 2000 warnt der VgT in Zusammenhang mit dem Zustandekommen eines bilateralen Abkommens mit der EU unter anderem vor diesen Folgen für das „Volk“:

„Ungehemmte Einwanderung wird alles verändern und umschichten.[…] Schweizer und Zuwanderer haben gleiche Rechte; automatischer Familiennachzug, „Recht auf Arbeit“[…] Ausbeutung unserer Sozialwerke und Krankenkassen durch Ausländer.“35

Erwin.Kessler-Bern.Juli.2014

Erwin Kessler, Foto: Rocky187 Wikipedia CC BY-SA 3.0

Die Stellungnahme des VgT

Die aktuelle Stellungnahme des Vereins mit der Überschrift „Linksextreme Verleumdungskampagnen gegen den VgT“ besteht zu großen Teilen aus der Beschreibung von Vorgängen aus der Auseinandersetzung des VgT mit Schweizer Tierrechtsorganisationen und -gruppen. Der VgT erhebt in diesem Zusammenhang vor allem Vorwürfe gegenüber der Tierrechtsgruppe Zürich, deren Vertreter*innen nach den Schilderungen des VgT „total unanständig“, „aggressiv“ und „niveaulos“ aufgetreten seien. Die zentrale Kritik an den antisemitischen Äußerungen Erwin Kesslers kommentiert der Verein in nur wenigen Worten:

„Als wir zu Hause die von der Tierrechtsgruppe angeführten Zitate überprüften, stellten wir fest, dass sie von Erwin Kessler allesamt im Zusammenhang mit dem betäubungslosen Schächten und dem gewissenlosen Konsum von Tierqualprodukten geschrieben wurden und nicht mehr waren, als klare Worte gegen diese grausamen Verbrechen an den Tieren. Die Kritik gegen das betäubungslose Schächten ging immer nur gegen die Personen, die diese tierquälerische Handlung ausführten oder sie durch den Konsum von Schächtfleisch bewusst unterstützten.“36

Die dokumentierten Äußerungen sind antisemitisch und grenzen sich klar von einer sachlichen Kritik an der Praxis des Schächtens  ab. Das ist klar erkennbar und findet sich in einer Reihe von Gerichtsurteilen gegen Erwin Kessler bestätigt. Ob dieser die Schweizer Gerichte als „linksextreme“ Institutionen ansieht, wissen wir nicht. Auch im Hinblick auf die Äußerungen Erwin Kesslers außerhalb des Themenkomplexes Schächten haben wir dokumentiert, wie weit der Antisemitismus des Tierschützers Kessler reicht und wie deutlich er zutage tritt.

Der VgT scheint der Hoffnung zu folgen, mit einer inflationären Verwendung des Wortes „Verleumdungskampagne“ von der antisemitischen Ideologie seines Präsidenten ablenken zu können. Darüber hinaus wird die Kritik seitens des VgT als „linksextremistisch“ motiviert dargestellt sowie der Versuch unternommen, linke Aktivist*innen auf Grundlage der Extremismustheorie zu dämonisieren. Die emanzipatorische Tierrechtsbewegung beschreibt der VgT in seiner Stellungnahme folgendermaßen:

„Jeder, der nicht mit der linksextremen Ideologie dieser Tierrechtler einig geht, wird bekämpft, selbst wenn es sich dabei um Menschen handelt, die sich teils schon seit Jahrzehnten für die Tiere einsetzen“

Diese Behauptung findet sich, in verschiedene Begriffe gehüllt, immer wieder in der Auseinandersetzung mit reaktionären Ideolog*innen innerhalb wie außerhalb der Tierrechtsbewegung. Gruppenbezogen menschenfeindliche Ideologien sind ethisch nicht tolerabel und weder in der Schweiz noch in Deutschland von der „Meinungsfreiheit“ gedeckt. Gemäß der Vorstellungen Erwin Kesslers und des VgT gelten diese Staaten und ihre Gesetze vermutlich als „linksextrem“. Inwiefern ein längeres Engagement für den Tierschutz gruppenbezogen menschenfeindliche, neonazistische Einstellungen legitimiere, erklärt Kessler nicht. Das Aufzeigen, Kritisieren und nötigenfalls rechtliche sowie politische Vorgehen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechte Ideologien allgemein, ist kein Kampf gegen irgendeine Abweichung, sondern ein Kampf für die Freiheitsrechte und die Sicherheit der von diesem Hass betroffenen Menschengruppen.

Reaktionäre Solidarität

Auch an Solidarität spart der VgT nicht in seiner Stellungnahme. So stellt sich dieser in eine Reihe vermeintlicher Opfer von „Verleumdungskampagnen“. Aufgelistet werden, die Sekte Universelles Leben, der nach rechts offene Tierrechtler Martin Balluch (VGT Österreich), Dr. med. Walter Henrich (Pro Vegan), die rechte, vegane Unternehmerin Kim Kalkowski (Kim Wonderland), der vegane Strongman Patrik Baboumian. Veganz-Gründer Jan Bredack sowie die Tierschutzorganisation PETA.

Dabei setzt der VgT öffentliche Kritik und Diskussionen mit „Terror“ gleich.37 Auch an dieser Stelle werden Begriffe wie „Hetzkampagnen“ und „Verleumdungskampagnen“ mehrfach verwendet. Welche angeblich falschen Behauptungen über diese Personen und Organisationen in Umlauf gebracht worden seien, erklärt der Verein nicht. Vielmehr scheint bereits das öffentliche Kritisieren der Aussagen und Handlungen dieser Personen problematisch zu sein.

Sachliche, kritische Nachfragen hinsichtlich dieser angeblichen „Verleumdungen“ löschte der Verein von seiner Facebook-Seite und blockte die Autorinnen für weitere Kommentare, wie uns Leserinnen berichteten und mittels Screenshots nachwiesen.

Fazit

Da aus tierrechtlicher Perspektive keinerlei plausible Rechtfertigung dafür vorliegt, die Abschaffung der Praxis des Schächtens neben oder über die Forderung der Abschaffung jeglicher Schlachtungsformen (also auch des Schächtens) sogenannter „Nutztiere“ zu stellen, ist eine solche thematische Fokussierung vor dem historischen Hintergrund in der Regel ein erster Hinweis auf rechte Ideologien. Im Fall von Erwin Kessler bestätigt sich diese Vermutung bei der Betrachtung seiner Äußerungen und seines politischen Engagements. Auch seine antisemitischen, fremdenfeindlichen und allgemein menschenverachtenden Äußerungen abseits seines Kampfes gegen das Schächten sprechen eine sehr deutliche Sprache.

Der Tierschützer und Präsident des „Verein gegen Tierfabriken“ Erwin Kessler ist nach unseren Erkenntnissen ein Antisemit und dem rechten Spektrum zuzuordnen. Seine antisemitischen Äußerungen wurden, ebenso wie seine Solidaritätsbekundungen für Holocaustleugner, über die Vereins-Website des VgT veröffentlicht. Zudem gibt es seitens der Vereinsmitglieder des VgT offenbar eine breite Zustimmung zu diesen Äußerungen, mindestens werden diese unwidersprochen toleriert. Hinweise auf einen kritischen Diskurs innerhalb des Vereins oder auf Forderungen nach einer Absetzung des Präsidenten Erwin Kessler konnten wir nicht finden. Der Großteil der dokumentierten antisemitischen Texte stammt aus der Vereinszeitung „VgT-Nachrichten“ sowie von der Website des VgT, wo diese in großen Teilen noch heute abrufbar sind. Angesichts der Veröffentlichungen des Vereins ist es aus unserer Sicht gerechtfertigt, den „Verein gegen Tierfabriken“ als antisemitischen, ideologisch rechten Tierschutzverein zu bezeichnen.

In einem aktuellen Beitrag auf der VgT-Vereinswebsite kündigt Kessler eine „Lange Liste von Opfern linksextremer Hass- und Verleumdungskampagnen“ an.38 Welche Behauptungen über Erwin Kessler und den VgT als „Verleumdung“ und damit als falsche Behauptungen zu bezeichnen seien, begründet Erwin Kessler in keiner seiner Stellungnahmen.

Sollte es zu dem von Erwin Kessler angekündigten rechtlichen Vorgehen gegen den Verein Tier im Fokus (TIF) beziehungsweise gegen andere Vereine oder Personen kommen, werden wir darüber berichten. Über die aktuelle Solidarisierung der Organisation Swissveg mit dem VgT berichten wir in unserem Artikel „Swissveg – Toleranz für Antisemitismus und Sekten unter dem V-Label“.

 

Titelbild39


  1. In diesem Artikel ist mit „VgT“ stets der „VgT Schweiz“ gemeint 
  2. http://hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2005/14-04-kessler-falschmeldung.html
    https://archive.is/Eiykg 
  3. http://abload.de/img/wikipediaverleumdung4ur8b.png 
  4. http://www.vgt.ch/justizwillkuer/krauthammer/bge-5P-241-005.htm
    https://archive.is/kMIbr
    weitere Hinweise auf rechte Kontakte:
    http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/Kessler-Prozess-geplatzt-recht-Kontakte.pdf
  5. http://vgt.ch/news_bis2001/011219.htm
    https://archive.is/8QsIJ 
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus-Strafnorm#Politische_Diskussion 
  7. https://web.archive.org/web/20020227025223/http://www.vgt.ch/news/980404.htm
    https://archive.is/Bi25O 
  8. https://web.archive.org/web/20020419223347/http://www.vgt.ch/news_bis2001/980909.htm
    https://archive.is/LRJYS 
  9. http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2003/20-06-rohling-zu-kessler.html 
  10. Der Begriff „Rassendiskriminierung“ stammt aus der Schweizer „Rassismus-Strafnorm“ (Art. 261bis) und ist mit Volksverhetzung (§130) im deutschen Strafgesetzbuch vergleichbar.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus-Strafnorm
    https://de.wikipedia.org/wiki/Volksverhetzung 
  11. http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/Bundesgerichtsurteil-mehrfache-Rassendiskriminierung-26.09.2000.pdf
    http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/urteil-bezger-071026.pdf 
  12. http://vgt.ch/doc/kyber/index.htm
    https://archive.is/wUOkT 
  13. http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/Dr.-Antoine-Goetschel-Funktionär-mehrerer-Tierschutzorganisationen-verharmloste-als-verdeckter-Jude-jahrelang-das-Schächten-VN-96-61.pdf 
  14. http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/Wann-werde-ich-gekreuzigt_-VN-96-4.pdf
    Der Text ist ebenso auf der VgT-Website zu finden:
    http://www.vgt.ch/justizwillkuer/anklage_im_schaechtprozess.htm
    https://archive.is/tF9LW 
  15. http://indyvegan.org/wp-content/uploads/2015/07/Sonderrecht-für-Minderheiten-R-F-4-96.pdf 
  16. https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_%28bis_1945%29#Fr.C3.BChantisemitismus 
  17. http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/tierschutz-als-deckmantel-fuer-naziideologien-5710
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tierschutz_im_Nationalsozialismus 
  18. https://web.archive.org/web/20030725074303/http://www.vgt.ch/news_bis2001/010716.htm
    https://archive.is/BORhn
    Das Original findet sich nur noch via Wayback-Machine in der ursprünglichen Fassung, da Kessler infolge eines verlorenen Gerichtsprozesses gegen Krauthammer seine Aussagen entfernen musste. 
  19. https://web.archive.org/web/20030725074303/http://www.vgt.ch/news_bis2001/010716.htm
    https://archive.is/BORhn
    Das Original findet sich nur noch via Wayback-Machine in der ursprünglichen Fassung, da Kessler infolge eines verlorenen Gerichtsprozesses gegen Krauthammer seine Aussagen entfernen musste. 
  20. https://web.archive.org/web/20030725074303/http://www.vgt.ch/news_bis2001/010716.htm
    https://archive.is/BORhn
    Das Original findet sich nur noch via Wayback-Machine in der ursprünglichen Fassung, da Kessler infolge eines verlorenen Gerichtsprozesses gegen Krauthammer seine Aussagen entfernen musste. 
  21. Inhaltswarnung: Bild von einer Schlachtung
    http://www.vgt.ch/doc/krauthammer/index.htm
    https://archive.is/p6WN2 
  22. http://www.ekr.admin.ch/pdf/118769_de_komplett178d.pdf 
  23. http://www.politische-bildung-brandenburg.de/node/8976 
  24. Inhaltswarnung: Bild von einer Schlachtung
    http://www.vgt.ch/doc/krauthammer/index.htm
    https://archive.is/p6WN2 
  25. https://archive.is/WTaCs
    http://www.vgt.ch/news2002/020123.htm 
  26. www.vgt.ch/bedenkliches/bedenkliches-2.htm
    https://archive.is/ZtNet 
  27. http://www.vgt.ch/justizwillkuer/schaechtpr-vollstr/index.htm#email
    https://archive.is/SC1Hv 
  28. http://www.vgt.ch/vn/0802/vn08-2.pdf
    http://abload.de/img/entschuldigungvgtnachq9abv.png 
  29. Inhaltswarnung: Fotos von Schlachtungen
    http://www.vgt.ch/news/120816-schaechten-im-natuerlich.htm
    https://archive.is/jLWEY 
  30. http://www.vgt.ch/news/141216-pelz-weber.htm 
  31. http://www.vgt.ch/justizwillkuer/anklage_im_schaechtprozess.htm
    https://archive.is/tF9LW 
  32. Inhaltswarnung: Eine Reihe von Bildern aus Schlachtungen
    http://www.vgt.ch/bedenkliches/bedenkliches-3.htm
    https://archive.is/Uuv2k 
  33. Inhaltswarnung: Eine Reihe von Bildern aus Schlachtungen
    http://www.vgt.ch/bedenkliches/bedenkliches-3.htm
    https://archive.is/Uuv2k 
  34. Inhaltswarnung: Eine Reihe von Bildern aus Schlachtungen
    http://www.vgt.ch/bedenkliches/bedenkliches-3.htm
    https://archive.is/Uuv2k 
  35. http://www.vgt.ch/news_bis2001/000329.htm
    https://archive.is/Yavuo 
  36. http://www.vgt.ch/news/150703-linksextreme_verleumdungen.htm
    https://archive.is/nM7Kc 
  37. http://www.vgt.ch/news/150703-linksextreme_verleumdungen.htm
    https://archive.is/nM7Kc 
  38. http://www.vgt.ch/doc/linksextreme/index.htm
    https://archive.is/aT7yk 
  39. Bildzitat aus VgT-Nachrichten Nr.2 Juli 2008 

23 Kommentare

    • Indyvegan

      Der VGT Österreich in Person von Martin Balluch wird in der Stellungnahme des VgT Schweiz erwähnt. Der Text von Balluch, mit dem er rechtfertigt, mit rechten wie Kaplan oder Sekten wie Universelles Leben zusammenzuarbeiten, wird in der Stellungnahme ebenso verlinkt und zitiert. „Reingezogen“ hat Erwin Kessler den VgT-Österreich. Zudem wird Martin Balluchs Text regelmäßig von neonazistischen und sonstigen reaktionären Kräften verlinkt, um gegen deren Ausschluss aus der Tierrechtsbewegung zu argumentieren. Da sollte sich Balluch vielleicht einmal ernsthaft fragen, welche Bands eigentlich sein Lied spielen und wem das gefällt.

  1. Antispe.Mainz

    Tausend Dank für den interessanten Artikel.

    Habe mich selbst gerade aus Informationszwecken durch Brigitte Bardots Buch „Ein Ruf aus der Stille – Rückbesinnung und Auflehnung“ gequält. Insofern weiß ich, dass so eine Recherche wenig Spaß macht…

    Einfach ekelhaft, dass so eindeutige Rassistinnen und Antisemiten von Teilen der Tierrechts- und Tierschutz-Bewegung toleriert und sogar noch verteidigt werden.

  2. Wisi

    Wie viel Zeit habt Ihr für diesen Artikel aufgewendet? Die hättet Ihr jedenfalls besser für die Tiere eingesetzt. So wie dies Erwin Kessler schon seit mehr als 26 Jahren tut. Als der VgT gegründet wurde, wart Ihr wohl noch nicht mal auf der Welt. Wie viele Berichte hat es auf der VgT Homepage? Und in wie vielen davon wird über die Juden und das Schächten geschrieben? In 2% der Berichte oder vielleicht 3%? Ihr habt doch echt Verfolgungswahn, wenn Ihr wirklich glaubt, Erwin Kessler sei ein Antisemit.

    • Indyvegan

      „Wie viel Zeit habt Ihr für diesen Artikel aufgewendet?“

      Insgesamt 15 Stunden ungefähr.

      „Die hättet Ihr jedenfalls besser für die Tiere eingesetzt.“

      Warum? Weil Antisemitismus, also gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber jüdischen Menschen weniger wichtig ist als Tierleid?

      „So wie dies Erwin Kessler schon seit mehr als 26 Jahren tut.“

      Welche Rolle spielt es wie lange sich jemand für die Tiere eingesetzt hat? Was ist das für ein Konzept… Je länger man sich für Tiere einsetzt, desto legitimer ist es wenn die Personen Menschengruppen hasst und rechte Ideologien verbreitet? Du merkst hoffentlich selbst, dass das keinen Sinn ergibt.

      „Als der VgT gegründet wurde, wart Ihr wohl noch nicht mal auf der Welt.“

      Welche Relevanz hat es wie alt die Autor*innen dieses Textes sind? Richt, keine.

      „Wie viele Berichte hat es auf der VgT Homepage? Und in wie vielen davon wird über die Juden und das Schächten geschrieben? In 2% der Berichte oder vielleicht 3%?“

      Das haben wir uns auch gefragt. Aber das war eher eine theoretische Frage. Denn für die Kritik am Antisemitismus von Erwin Kessler und des VgT spielt es keinerlei Rolle in welchem Verhältnis antisemitische zu nicht-antisemitschen Texten stehen. Das er eine ganze Reihe solcher Aussagen gemacht hat und neonazistische Kontakte hat, haben wir in unserem Artikel dokumentiert.

      „Ihr habt doch echt Verfolgungswahn, wenn Ihr wirklich glaubt, Erwin Kessler sei ein Antisemit.“

      Solltest du vorhaben, uns auch in deinem nächsten Kommentar in irgendeiner Form zu bleidigen, weil dir die Argumente fehlen, setze doch bitte die Begriffe „Penispumpe“ und „Viagra“ in deinen Kommentar… dann kümmert sich unser Spamfilter darum. Ansonsten wäre es nett, wenn du es mal mit Sachargumenten versuchst, statt uns hilflos persönlich anzugreifen oder mit dem von dir gemutmaßten Alter zu „argumentieren“.

    • Indyvegan

      „Dr. Kessler ist ein Antisemit??????“

      Uns reicht ein Fragezeichen vollkommen aus, um einen Satz als Frage zu identifizieren. Zu deiner Frage: Ja

      „Habt Ihr hierfür Belege?“

      Unser Artikel belegt das umfassend mit kompletten Quellenangaben. Wenn du daran zweifelst, dass die zitierten Aussagen von Kessler sind, müsstest du das Gegenteil belegen. Wenn du daran Zweifel hast, dass die zitierten Aussagen antisemitisch seien, müsstest du das argumentieren. Und zwar Zitat für Zitat. Wir haben unsere Schlussfolgerung begründet und belegt.

      „Der gilt in der Schweiz als der grösste Tierschützer überhaupt.“

      So groß, dass kaum eine Tierrechtsorganisation in der Schweiz noch mit ihm zusammenarbeitet?

  3. Sofia Assunta

    Also ich weiss ja nicht was ihr für ein Verein seid, aber bestimmt keiner der sich für Tiere einsetzt. Aber dafür gegen Menschen, denen werft ihr Menschenfeindlichkeit vor, und praktiziert dies aber selbst. Wenn ihr euch mal dreissig Jahre lang dieses unendliche Leid von den Tieren in den Ställen angeschaut habt, dann könnte es euch vielleicht auch passieren, das ihr mit dem Menschen nicht mehr auf „Kuschelkurs“ seid. Am Computer gegen Tierschützer zu wettern ist da wohl einfacher, wa..
    Ha wie geil, offiziell nicht mit dem Tierschützer Erwin Kessler zusammen arbeiten wollen, aber dafür Lohn vom VgT beziehen, tja das sind ja tolle Charakterzüge von Tobias Sennhauser, Präsident von Tier in Fokus.

    • Indyvegan

      „Also ich weiss ja nicht was ihr für ein Verein seid, aber bestimmt keiner der sich für Tiere einsetzt.“

      http://indyvegan.org/about/

      „Aber dafür gegen Menschen, denen werft ihr Menschenfeindlichkeit vor, und praktiziert dies aber selbst.“

      Was genau findest du menschenfeindlich daran, die öffentlichen Aussagen von Personen zu dokumentieren und als das zu bezeichnen was sie sind? In diesem Fall antisemitisch.

      „Wenn ihr euch mal dreissig Jahre lang dieses unendliche Leid von den Tieren in den Ställen angeschaut habt, dann könnte es euch vielleicht auch passieren, das ihr mit dem Menschen nicht mehr auf „Kuschelkurs“ seid.“

      Versuchst du gerade, Erwin Kesslers Antisemitismus, seine Verschwörungsideologien und seine Freude am Tod von Menschen damit zu rechtfertigen, dass er sich mit leidvollen Themen befasst hat? Antisemitismus und auch jede andere Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ist durch nichts zu rechtfertigen. Nach dieser Logik müsste Erwin Kessler übringens nicht jüdische Menschen hassen sondern die Gruppe von Menschen, die Tiere ausbeuten. Das tut er jedoch verständlicherweise nicht, weil er Tierausbeutung und -tötung nicht grundsätzlich ablehnt.

      „Ha wie geil, offiziell nicht mit dem Tierschützer Erwin Kessler zusammen arbeiten wollen, aber dafür Lohn vom VgT beziehen, tja das sind ja tolle Charakterzüge von Tobias Sennhauser, Präsident von Tier in Fokus.“

      Hierzu können wir nichts sagen, da uns hier keine näheren Informationen vorliegen. Wir werden Tobias Sennhauser hierzu um Stellungnahme an dieser Stelle bitten.

  4. Cornelia Meier

    Wieso greifen Sie mich so an? Ich bin auch kein Freund von Dr. Erwin Kessler. Der schikaniert meinen Freund schon lange wegen seinen Kaninchen. Deshalb wäre ich sehr froh, wenn jemand den mal dingfest machen könnte. Ich habe euren Text ja gelesen, aber ich konnte keinen Antisemitismus feststellen. Aber vielleicht hat da halt jeder seine eigene Definition von Antisemitismus. Auf jeden Fall ist dieser Kessler schon der Tierschützer von dem man am meisten hört in der Schweiz. Der braucht gar keine anderen Tierrechtsorganisationen, weil er selbst viele Aktivisten hat und ständig Demos gegen so tierliebende Leute wie meinen Freund macht. Von daher wäre es gut, wenn jemand wie Ihr den aufgrund Antisemitismus stoppen könnte.

  5. Rene Frisch

    Was habt ihr davon, den VGT und Kessler herunter zu machen?
    Seid ihr euch bewusst, was ihr für einen Schaden anrichtet, in dem ihr die Tierschutz-Szene spaltet?
    Wie oft hat Kessler Christen kritisiert, z.B. Bischoftümer und Kloster mit himmeltraurigen Schweinehaltungen?
    Dann müsste er nach eurer Auffassung auch ein Anti-Christ sein.
    Kessler kritisiert alle, die Tierquälerei begehen und da gehören halt auch Juden dazu.
    Ich bin soweit einverstanden mit euch, dass es bei den vielen Texten von Kessler ein paar wenige Texte gibt, die er so besser nicht geschrieben hätte, weil man es zu schnell falsch auffassen könnte.
    Zudem würde ich beim Thema Schächten immer Juden und Moslems gleichzeitig kritisieren.
    Aber eure Auffassung von Kessler ist voll einseitig und verzerrt.
    Z.B. weil er vor über 40 Jahren ein paar Monate bei der Partei Nationale Aktion war ist er ein Rassist?
    Die Nationale Aktion sind die heutigen Schweizer Demokraten und das ist heute noch eine der tierfreundlichsten Partei der Schweiz. Er war sehr wahrscheinlich deswegen in dieser Partei, ist aber wieder ausgetreten, weil die Partei ihm zu rechts war. Ich war auch mal in der sehr speziesistischen Partei namens Sozialdemokratische Partei. Bin ich jetzt ein Speziesist?
    Es ist einfach nicht wahr, dass Kessler ein Antisemit ist. Bitte hört auf, ihn runter zu machen und setzt euch für Tierschutz (bei euch muss man Tierrecht sagen) ein.
    Der VGT hat schon so viel Gutes getan und ihr sucht spitzfindig schlechte Sachen heraus und macht möglichst negative Schlussfolgerungen. Bitte hört auf damit.

    • Indyvegan

      „Was habt ihr davon, den VGT und Kessler herunter zu machen?“

      Wir machen hier niemanden runter. Wir dokumentieren und krisieren die antisemitischen Äußerungen Erwin Kesslers sowie des Vereins VgT.

      „Seid ihr euch bewusst, was ihr für einen Schaden anrichtet, in dem ihr die Tierschutz-Szene spaltet?“

      Wir sind uns bewusst, dass menschenfeindliche Ideologien in der Tierrechts- wie auch in der Tierschutz-Szene kritisiert werden müssen, genau wie überall sonst in Gesellschaften. Frage dich mal welchen Schaden Menschen wie Erwin Kessler für die Tierrechtsszene anrichten, wenn sie solche Ideologien verbreiten.

      „Wie oft hat Kessler Christen kritisiert, z.B. Bischoftümer und Kloster mit himmeltraurigen Schweinehaltungen?
      Dann müsste er nach eurer Auffassung auch ein Anti-Christ sein.“

      Nein, das ist eine falsche Schlussfolgerung. Wir bezeichnen Erwin Kessler nicht als Antisemiten, weil er etwas kritisiert, sondern weil antisemitische Ressentiments bedient und antisemitische Verschwörungsideologien verbreitet.

      „Kessler kritisiert alle, die Tierquälerei begehen und da gehören halt auch Juden dazu.“

      Würde Erwin Kessler jüdische Menschen ausschließlich für das Schächten kritisieren, würde er sich nicht antisemitisch über sie äußern. Das tut er jedoch. Und zwar mehrfach wie oben gezeigt.

      „Ich bin soweit einverstanden mit euch, dass es bei den vielen Texten von Kessler ein paar wenige Texte gibt, die er so besser nicht geschrieben hätte, weil man es zu schnell falsch auffassen könnte.“

      Du meinst also, er hat sich zufällig und/oder aus Versehen in diesem Umfang über mehrere Jahre hinweg antisemitisch geäußert? Meinst du er hat ganz zufällig antisemitische Ressentiments bedient, die schon seit der NS-Zeit bei Nazis Verwendung finden (aber auch bereits weit davor)? Seine Kontakte zu Holocaustleugnern und die Bewerbung derer Medien war dann auch Zufall oder ein Versehen?

      „Z.B. weil er vor über 40 Jahren ein paar Monate bei der Partei Nationale Aktion war ist er ein Rassist?“

      Nein, weil er sich auch viele Jahre später explizit fremdenfeindlich geäußert hat, wie gezeigt.

      „Es ist einfach nicht wahr, dass Kessler ein Antisemit ist. Bitte hört auf, ihn runter zu machen und setzt euch für Tierschutz (bei euch muss man Tierrecht sagen) ein.“

      Nur durch deine bloße Behauptung, dass er kein Antisemit sei, ist diese Behauptung weder begründet noch belegt. Wir haben umfassend dargelegt, warum wir ihn als solchen bezeichnen. Du beziehst dich in deinem Kommentar leider auf keine einzige der Äußerungen Erwin Kesslers konkret.

      „Der VGT hat schon so viel Gutes getan und ihr sucht spitzfindig schlechte Sachen heraus und macht möglichst negative Schlussfolgerungen. Bitte hört auf damit.“

      Um in den hier dokumentierten Äußerungen Erwin Kesslers den Antisemitismus zu erkennen, braucht man keineswegs spitzfindig zu sein. Das ist sehr offensichtlich und wurde sogar mehrfach gerichtlich bestätigt. Wie viel Gutes der VgT getan haben soll, tut hier rein gar nichts zur Sache. Täte es das, müsste man nach deiner Logik nur ausreichend Gutes tun, um legitim gruppenzogene Menschenfeindlichkeit verbreiten zu dürfen. Und nein, wir werden nicht damit aufhören, Antisemitismus zu benennen und zu kritisieren.

      • Rene Frisch

        Ich habe euren Bericht über den VGT gelesen.
        Da ist rein gar nichts antisemitisch!
        Was ist z.B. antisemitisch, wenn er die Verbrechen an den Tieren mit den Verbrechen an den Menschen beim Holocaust vergleicht?
        Das ist sogar ein Beweis von vielen Beweisen, dass Herr Kessler kein Antisemit ist!
        So wie er die heutige Tierquälerei sehr schlimm findet, findet er den Holocaust sehr schlimm.
        Zudem hat er keinen Grund, Antisemit zu sein.
        Zudem haltet er viel von Juden, die gegen Schächten sind.
        Unglaublich finde ich z.B. von euch noch, dass ihr es als Beweis ansieht, dass er ein Rassist sei, weil er von einem Schweizer Gericht dafür für schuldig gesprochen wurde!
        Seid ihr so naiv und glaubt, die Schweiz sei ein Rechtsstaat?
        Dass dies nicht so ist, sieht man vor allem bezogen auf Tierquälerei: während Tierquäler wie Mäster, Züchter usw. Subventionen erhalten, bekommen Tierschützer nichts und wenn man Tiere befreit wird man geahndet und bestraft. Und die Trinkgeldbussen für Tierquälerei. In Österreich sind auch Tierschützer unschuldig bestraft worden.
        Ich will auch keine Rassisten oder Neonazis. Ihr könnt euch gegen wirkliche Rassisten und Neonazis einsetzen und nicht gegen solche, die bloss politisch nicht so links seid wie ihr.

        • Indyvegan

          „Ich habe euren Bericht über den VGT gelesen.
          Da ist rein gar nichts antisemitisch!“

          Auch durch die Wiederholung deiner Behauptung wird sie nicht richtiger.

          „Was ist z.B. antisemitisch, wenn er die Verbrechen an den Tieren mit den Verbrechen an den Menschen beim Holocaust vergleicht?“

          Wir haben an keiner Stelle Kesslers Holocuast-Vergleiche als Begründung für seinen Antisemitismus angeführt. Wir haben eine Reihe von Aussagen Kesslers dokumentiert, die ganz klar antisemitisch sind. Vielleicht erklärst du uns mal nach welcher Definition von Antisemitismus du deine Einschätzung triffst?

          „Zudem hat er keinen Grund, Antisemit zu sein.“

          Ein fremdenfeindlicher Verschwörungsideologe, der neonazistische Medien bewirbt und Holocaustleugner verteidigt, hat keinen Grund Antisemit zu sein? Für die Wirkung antisemitischer Äußerungen ist es zudem vollkommen belanglos welche Motive die sprechende Person hat.

          „Zudem haltet er viel von Juden, die gegen Schächten sind.“

          Das Anführen „guter Juden“ zur Legitimation von Antisemitismus, ist nichts neues und in der Neonazi-Szene weit verbeitet. Das bedeutet gar nichts.

          „Unglaublich finde ich z.B. von euch noch, dass ihr es als Beweis ansieht, dass er ein Rassist sei, weil er von einem Schweizer Gericht dafür für schuldig gesprochen wurde!
          Seid ihr so naiv und glaubt, die Schweiz sei ein Rechtsstaat?“

          Es wird dich schockieren, aber ja. Soweit wir wissen, entscheiden nicht Gerichte über die VErgabe von Subventionen. Dass in Gesellschaften, in denen Tierausbeutung von den Gesetzgeber*innen rechtlich legitimiert ist, weil es der Norm entspricht, Tierrechtsaktivist*innen keinen leichten Stand haben, ist wenig überraschend. Das Gerichte Fehler machen, ist auch wenig überraschend. Das tun sie in jedem Rechtsstaat. Du vermischt hier durchgängig gesetzgebende und richterliche Gewalt.

          Dass du bezogen auf deine, uns bisher unbekannte Definition von Antisemitismus die Urteile gegen Erwin Kessler für nicht gerechtfertigt hältst, wundert uns nicht. In Deutschland hätte Erwin Kessler vermutlich sogar mit noch höheren Strafen zu rechnen gehabt.

          „Ich will auch keine Rassisten oder Neonazis. Ihr könnt euch gegen wirkliche Rassisten und Neonazis einsetzen und nicht gegen solche, die bloss politisch nicht so links seid wie ihr.“

          Wenn man wie du Antisemitismus frei nach Sympathie einschätzt, dann ist es klar, dass Erwin Kessler für dich kein „wirklicher Rassist“ ist. Und dann ist auch klar, warum dir am Ende nichts besseres einfällt als uns zu unterstellen, wir würden Menschen pauschal aufgrund ihrer Abweichung von irgendeinem nicht definierten links-Sein abweichen. Erwin Kessler ist ein xenophober Antisemit, der auf der Vereinswebsite Holocaustleugner verteidigt und deren neonazistische Medien bewirbt. Das ist das Problem.

          Wenn du weiter mit uns diskutieren willst, bitten wir dich, auf die Argumente und Belege in unserem Artikel einzugehen. Die blendest du derzeit nämlich standhaft aus.

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